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Düsseldorf: Julia Stoschek eröffnet Forschungszentrum für zeitbasierte Kunst

Neues Forschungszentrum in Düsseldorf : Ein Studierzimmer bei Julia Stoschek

Die Düsseldorfer Julia Stoschek Collection hat ein neues Forschungszentrum für zeitbasierte Medienkunst bekommen. Warum es für Professoren und Studierende, Künstler, Kuratoren und Wissenschaftler eine gute Anlaufstelle ist.

Corona hat die Künste in die Knie gezwungen. Nur eine nicht. Der zeitbasierten Medienkunst hat sie eher Rückenwind verschafft. „Das Virus hat die Digitalisierung mit einer Konsequenz vorangetrieben, die so nicht vorstellbar war.“ Das sagte die Kulturministerin des Landes NRW, Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), gestern bei der Vorstellung eines neuartigen Forschungsprojektes der Julia Stoschek Collection im Düsseldorfer Stammsitz der Sammlung.

Sammeln und Forschen, das geht im idealen Fall Hand in Hand. Die Kollektion von Julia Stoschek bietet künftig nicht nur selbstbehauptend und international ihre Schätze feil, sondern jetzt hat sie parallel zur Ausstellungstätigkeit eine moderne Studierstube eingerichtet, die ab jetzt geöffnet ist. Es ist tatsächlich ein cooler Arbeitsraum mit gut gefüllten Kunstbuchregalen (4000 an der Zahl) und einem Computer, auf den bereits hunderte Werke der Sammlung hochgeladen wurden. In zwei Jahren etwa sollen es alle Exponate der ständig wachsenden Sammlung sein.

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Die international anerkannte Sammlerin tut dies mit Unterstützung des Kulturministeriums, das aus seinem neu geschaffenen Fonds für Medienkunst Mittel beisteuert. Stoschek stellt mithilfe ihrer 2017 gegründeten Stiftung die Infrastruktur zur Verfügung. Pfeiffer-Poensgen gibt Fördergelder frei, und der Dritte im Bunde, Akademierektor Karl-Heinz Petzinka, freut sich, seinen Studierenden ein zeitgemäßes Lernangebot anbieten zu können.

Zeitbasierte Medien liest sich wie ein Wortungetüm, der Begriff trifft aber explizit, was Julia Stoschek wichtig ist. Dass zeitbasierte Kunst die Gegenwart aus künstlerischer Sicht in bewegten Bildern, mit Sounds, Tempovariationen und High Tech, festzuhalten vermag und – aus der anderen Perspektive – der Betrachter in der Gegenwart und seiner individuell genommenen Zeit zuguckt. „Ich möchte mit meiner Sammlertätigkeit ein Bild der kulturellen Situation und sozialen Bedingungen meiner Generation zeichnen“, sagt Stoschek. „Das bewegte Bild lebt von der Flüchtigkeit – eines der bestimmenden Merkmale unserer Gegenwart.“

Pfeiffer-Poensgen nannte die Sammlerin gestern eine Enthusiastin und würdigte ihr privates Engagement. „Die öffentliche Hand muss das anerkennen. Wenn man international an Medienkunst denkt, dann denkt man an Julia Stoschek, und jetzt toppen Sie das noch!“ Die kultursachverständige Ministerin ist angetan davon, dass sich von diesem Oktober an zu der Vermittlungsarbeit an zwei Ausstellungsstandorten die Möglichkeit eröffnet, Forschung zu betreiben.

So dürfte dieses Institut einmalig sein in Nordrhein-Westfalen. Die kunstforschende Welt, Wissenschaftler, Künstler, Kuratoren, Professoren und Studierende, profitieren davon, dass sie Hintergründiges und Wesentliches zu den einzelnen Kunstwerken erfahren können. Und dass sie alle Werke im Original anschauen können.

Im ihrem 2007 eröffneten Düsseldorfer Sammlungshaus sagte Julia Stoschek, die ihr Vermögen als Gesellschafterin des Autozulieferers Brose verdient, dass sie sich auf erste Forschungsergebnisse schon freue. Neben der Düsseldorfer Kunstakademie hat sie in Frankfurt schon die Städelschule und die Goethe-Universität ins Boot geholt.

Bewerbung und Infos unter www.jsc.art.