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Düsseldorf: Henckel von Donnersmarck verfilmt Leben von Gerhard Richter

Düsseldorf : Oscar-Preisträger dreht in Kunstakademie

Florian Henckel von Donnersmarck verfilmt das Leben von Gerhard Richter derzeit in Düsseldorf. Walt Disney wird den Film, der als "Psychothriller über drei Epochen deutscher Geschichte" ausgewiesen wird, in die Kinos bringen.

Eigentlich sind ja seit mehr als zwei Wochen Semesterferien. Aber in der Kunstakademie Düsseldorf wimmelt es, wie sonst nur auf dem Höhepunkt des Rundgangs. Absperrungen, dahinter Lkw, voll beladen mit Scheinwerfern, Mikrofonen und Podesten. Vor dem Haupteingang künden zwei gut zehn Meter hohe Krankonstruktionen sowie gleißend helles Licht und Reflektoren von Großem: Die Kunstakademie ist derzeit Drehort. Dergleichen ist in der Altstadt noch keine Sensation. Wohl aber, dass diesmal keine Fernsehkrimi-Episode gedreht wird. Sondern ein großer Kinofilm: "Werk ohne Autor" soll das Opus heißen, als Regisseur fungiert Florian Henckel von Donnersmarck, der für "Das Leben der Anderen" 2007 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film bekam.

Das Drehbuch der neuen Produktion stammt von Donnersmarck selbst. Der 43-Jährige hat sich an einer Vorlage des Enthüllungsjournalisten Jürgen Schreiber mit dem Titel "Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter. Das Drama einer Familie" orientiert. Der deutsche Maler-Star Richter studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und ist heute einer ihrer berühmtesten Söhne. Walt Disney wird den Film, der als "Psychothriller über drei Epochen deutscher Geschichte" ausgewiesen wird, in die Kinos bringen, der Starttermin steht indes noch nicht fest. Besetzt wurden Tom Schilling (als Gerhard Richter), Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Ben Becker und Lars Eidinger.

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Von Donnersmarck und sein Team haben bereits im Juni in Berlin mit den Dreharbeiten begonnen, die auf der Suche nach historisch anmutenden Orten ferner nach Dresden, Leipzig und Großschönau führten. Nun also Düsseldorf: Passanten, Anwohner und Kunststudenten müssen wegen der Dreharbeiten ihren Alltag umstellen. "Bitte keine Fahrräder abstellen" verbieten zahlreiche Schildern vor dem Haus. "Für Filmaufnahmen im historischen Stil brauchen wir die Außenansicht der Kunstakademie und die Mühlengasse frei von abgestellten Fahrrädern", teilt Lars Ansgar Förster von der Motiv-Aufnahmeleitung mit.

Heute und morgen finden die Außendreharbeiten statt, weitere Szenen werden bis Ende diese Woche im Gebäude gedreht, sagt Förster. Studierende und Mitarbeiter der Akademie haben weiter Zutritt und müssen sich nur ab und zu den Abläufen der Dreharbeiten beugen. "Aber die Szenen dauern immer nur 50 oder 60 Sekunden."

Techniker haben sich bemüht, auch die Flure der Akademie in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Die aktuelle Kunst an den Wänden wurde abgehängt. "Gut und sicher verstaut, keine Angst", sagt eine Technikerin. Stattdessen prangen Relikte der Vergangenheit an den Wänden: Plakate, die den "Sommerrundgang - Tag der offenen Tür der Kunstakademie" ankündigen - und zwar im Jahr 1966.

(RP)