Düsseldorf: "halfpastselberschuld" stellt im Theatermuseum Düsseldorf aus

Ausstellung im Theatermuseum : Ausstellung würdigt Erfinder des Bühnencomics

Das Künstlerduo „Halfpastselberschuld“ macht seit 20 Jahren Theater. Nun würdigt eine Ausstellung das Schaffen der Gruppe.

Seit 20 Jahren gibt es das Künstlerduo „Halfpastselberschuld“. Ihr Jubiläum feiern Ilanit Magarshak-Riegg und Frank Römmele alias Sir Ladybug Beetle jetzt mit einer Ausstellung im Theatermuseum. Längst ist die Düsseldorfer Truppe, die bei ihren Inszenierungen immer durch weitere Talente verstärkt wird, kein Geheimtipp mehr. Mit ihrer Mischung aus Musik, Trickfilm, Puppen- und Objekttheater haben sie eine eigene Ästhetik geschaffen. Eine ihrer besten Erfindungen ist der Bühnencomic. Selbstverständlich hat die Truppe mit dem schrägen Namen auch für ihre Ausstellung einen schrägen Titel parat: „Menschenähnliche! Pelztierkocher! Sensationen!“ — hört sich an wie vom Zirkusplakat.

„Normalerweise baut man zuerst die Modelle und zeigt erst danach das Endprodukt. Für die Ausstellung mussten wir den umgekehrten Weg gehen.“ Das erklärte Ilanit, noch sichtlich erschöpft von der Vorbereitung und Anordnung der Exponate. Michael Matzigkeit, der kommissarische Leiter des Theatermuseums, zeigte sich vom Resultat begeistert. „Unsere Räume haben sich in eine moderne Form der barocken Wunderkammer verwandelt, die wie grell-bunte Knallbonbons die Besucherinnen und Besucher mit vielen Effekten überraschen werden“, sagt er. Bis Anfang Januar des kommenden Jahres locken diese Knallbonbons zum Besuch des Hofgärtnerhauses.

Gleich am Eingang begrüßt ein seltsamer Roboter die Besucher. Er stammt aus dem Bühnencomic „Kafka in Wonderland“, mit dem die Gruppe im letzten Jahr auf eine  erfolgreiche Tournee ging. Er wirft einen Blick in die Zukunft der Menschheit, wo in einer hochtechnisierten Welt eine Firma namens Wonderland inc. die menschlichen Möglichkeiten um ein Vielfaches erweitert – mittels Genetik, Robotik und Nanotechnik. Zu bewundern sind außerdem Traumautos und Alptraumszenarios, eine sensible Tötungsmaschine, Köpfe von Menschen und Menschenähnlichen, etliche Knalleffekte, Schattensplatter und mehr Bizarres aus den Jahren gemeinsamen Schaffens.

„Ende 1997 bei einer Silvesterfeier heckten wir, womöglich nicht mehr ganz nüchtern, den Plan aus, gemeinsam durch Europa zu reisen. Dabei wollten wir eine Musikshow entwickeln, um sie auf der Straße aufzuführen“, erzählt Sir Ladybug Beetle im Katalog der Ausstellung vom Beginn der Unternehmung. Die Schau wird begleitet von einem umfangreichen Programm.