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Düsseldorf: Film-Screening „The weird and the eerie“ im NRW-Forum

Menschenleere Kulissen : Film-Essays zeigen gespenstische Orte

Miriam Gossing und Lina Sieckmann sind mit „The weird and the eerie“ zu Gast im NRW-Forum. In ihren Kurzfilmen sind symbolisch aufgeladene Orte wie Einfamilienhäuser und Hochzeitskappellen zu sehen.

Manchmal sind Dinge, die fehlen, unheimlicher, als Dinge, die da sind: „The weird and the eerie“ („Das Seltsame und das Gespenstische“) heißt eine Video-Schau im NRW-Forum, die am morgigen Samstag, 11. Juli, beginnt. Das Künstlerinnen-Duo Miriam Gossing und Lina Sieckmann hat kurze Filme gedreht, die im Betrachter gerade durch die Abwesenheit handelnder Personen und die Über-Inszenierung der gezeigten Orte ein mulmiges Gefühl erzeugen.

Der Titel des Screening-Programms erinnert an einen Ausspruch des britischen Pop-Theoretikers Mark Fisher, der die in Gossings und Sieckmanns Filmessays genutzte Dekonstruktion und Verfremdung der Wirklichkeit einmal „weird and eerie“ genannt hat. Die in Köln und dem US-amerikanischen Portland lebenden Frauen haben sich symbolisch aufgeladene Orte ausgesucht, um sie filmisch darzustellen: Einfamilienhäuser im Rheinisch-Bergischen Kreis, Hochzeitskapellen in Nevada und eine Fähre, die als Kreuzfahrtschiff dargestellt wird. Der Zuschauer sieht menschenleere Interieurs, Kulissen und Décors, flackerndes Licht, im Hintergrund rauscht, summt und surrt es unablässig. Typisch für die Filme des Duos ist eine Dramaturgie, in der es keine sichtbaren Protagonisten gibt, während Fragmente aus Interview-Zitaten oder Chatroom-Beiträgen von einer weiblichen Off-Stimme vorgelesen werden. Die Spuren der Abwesenden zeigen sich in fetischisierten Gegenständen, die sich in widerspenstige Symbole ihrer unerfüllten Sehnsüchte und Träume verwandeln. Der verwendete 16mm-Farbfilm gibt den Videos, die in HD-Qualität gezeigt werden, dabei eine auffällige und starke Körnigkeit.

Die 1988 geborenen Künstlerinnen haben an der Kunsthochschule für Medien in Köln und der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Ihre Arbeiten wurden in Kunstmuseen und auf Filmfestivals wie dem Hamburger Bahnhof Berlin, dem International Film Festival Rotterdam, dem Image Forum Tokyo und den Anthology Film Archives gezeigt und haben bereits mehrere Auszeichnungen erhalten: unter anderem den Deutschen Kurzfilmpreis und den NRW-Preis der Kurzfilmtage Oberhausen. Seit dem Jahr 2017 sind ihre Arbeiten im Distributionsprogramm der Stiftung Imai vertreten

Die Ausstellung beginnt am Samstag, 11. Juli, um 10 Uhr, von 18 bis 21 Uhr sind auch die beiden Künstlerinnen anwesend.

Info Die Filme laufen bis 13. September in der Video-Lounge der Imai-Stiftung im NRW-Forum, Ehrenhof 2. Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 11 bis 18 Uhr, freitags 11 bis 21 Uhr, samstags 10 bis 21 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr.