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"La Traviata" in Düsseldorf: Diskussion nach Chaos auf Opernbühne

"La Traviata" in Düsseldorf : Diskussion nach Chaos auf Opernbühne

Bei der Aufführung von "La Traviata" an der Rheinoper versagte die Bühnentechnik - nicht zum ersten Mal. SPD und Grüne fordern mehr Transparenz, welche Mängel vorliegen. Im Sommer sollen die nächsten Arbeiten erledigt werden.

Technische Probleme bei einer Vorstellung haben die Diskussion neu entfacht, wie groß der Sanierungsbedarf in der Rheinoper ist. Bereits im Februar hatten Mängel an der Haustechnik die Politik beschäftigt. Nun versagte bei einer Aufführung der Oper "La Traviata" die Obermaschinerie auf der Bühne.

SPD und Grüne fordern angesichts des neuen Vorfalls Klarheit, welche Sanierungen im Haus nötig sind. "Wir brauchen mehr Transparenz", sagt Cornelia Mohrs (SPD). Sie will das Thema im Aufsichtsrat ansprechen. Miriam Koch (Grüne) fordert, dass die Bauverwaltung einen Zeitplan über anstehende Arbeiten vorlegt. "Wir befürchten, dass Arbeiten verzögert werden." Die Grünen wollen das Thema im Kulturausschuss ansprechen.

Die Aufführung am Mittwochabend stand insgesamt unter keinem guten Stern: Vor Beginn trat Operndirektor Stephan Harrison auf die Bühne, um den Besuchern im ausverkauften Haus gleich zwei schlechte Nachrichten zu überbringen. Hauptdarsteller Andrej Dunaev war kurz vor der Aufführung die Stimme versagt. Er konnte nur stumm spielen, ein Nachwuchstenor übernahm die Gesangspartien.

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Außerdem war die Obermaschinerie auf der Bühne komplett ausgefallen, so dass sich unter anderem Beleuchtungszüge und Vorhang nicht wie gewohnt bewegen ließen. Zudem ließ sich eine Leinwand im hinteren Teil der Bühne nicht in Position bringen. Sie dient für Lichtprojektionen - und ist ein zentrales Element des Bühnenbilds. Die technischen Probleme mit der Obermaschinerie sind offenbar nicht neu. "Seit dem Umbau vor ein paar Jahren haben wir immer wieder damit Probleme gehabt, nun klappt es aber zum ersten Mal nicht", sagte Harrison den Besuchern. Im Jahr 2007 war die Oper saniert worden, damals wurden auch Teile der Ober- und Untermaschinerie erneuert.

Während die Vorstellung lief, arbeiteten die Operntechniker an dem Problem. Sie fanden heraus, dass zwei Netzteile defekt waren, und tauschten sie in der Pause aus. Im zweiten Teil lief die Technik. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, der am Abend noch in der Oper vorbeischaute, lobt den Einsatz. "Die Mitarbeiter haben hervorragende Arbeit gemacht." Die Zuschauer ließen sich den Abend nicht vermiesen: Nach der Vorstellung gab es minutenlangen Applaus.

Es ist nicht das erste Mal in den vergangenen Monaten, dass technische Probleme an der Oper auffallen. Wie man hört, sollen Drehbühne und Klimaanlage störanfällig sein. Jochen Grote, der geschäftsführende Direktor, sprach im Februar von aktuellem Handlungsbedarf, will sich zu dem Thema inzwischen öffentlich nicht mehr äußern.

Kulturdezernent Lohe bestätigt, dass es einige Probleme gibt, sagt aber auch: "Im Großen und Ganzen ist die Oper aber ein funktionierendes Haus." In einem Bau aus den 50er Jahren gebe es immer zu tun. Außerdem sei bei der Sanierung 2007 nicht die komplette Maschinerie erneuert worden. In der Spielpause würden nächste Arbeiten angegangen. Unter anderem wird die Bühnenbeleuchtung erneuert. Die Stadt werde überprüfen, ob nach dem aktuellen Vorfall weitere Arbeiten nötig sind. Auch Manfred Neuenhaus (FDP) fordert eine Untersuchung. "Wir wollen eine künstlerisch hervorragende Oper. Da muss die Technik funktionieren."

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