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Düsseldorf: Die Technik hilft: Besser hören im Schauspielhaus

Düsseldorf : Die Technik hilft: Besser hören im Schauspielhaus

Früher ist Hildegard Geuen wirklich gern und oft ins Theater gegangen, aber seitdem sie immer schlechter hört und auf ein Hörgerät angewiesen ist, hat sie den Spaß am Schauspiel verloren. "Ich höre nicht, was auf der Bühne gesprochen wird", sagt sie und bleibt dann lieber gleich zu Hause.

Für Hans Michael Strahl, HNO-Arzt und Vorsitzender des Vereins Freunde des Düsseldorfer Schauspielhauses, ist das ein klarer Fall: Der älteren Dame ist zu helfen.

"Viele wissen es nicht, aber seit der Renovierung ist in unserem Schauspielhaus wie in allen modernen Häusern eine induktive Höranlage, auch Induktions- oder Telefonschleife genannt, verlegt worden. Und wer vorne in den entsprechenden Reihen eins bis sechs Platz nimmt, kann dort sein Hörgerät auf die T-Spule umstellen, und schon versteht er alles, was die Schauspieler von sich geben."

"Und zwar störungsfrei", erklärt Ulrich Aumann, Hörgeräte-Akustiker-Meister. Weil viele Hörgeräteträger (nach Schätzungen rund 90 Prozent) nicht wissen, dass es im Theater diese technische Einrichtung gibt, wollen Strahl und Aumann eine Aufklärungsoffensive starten.

Spätestens zur Premiere des Singspiels "Im Weißen Rössl" am 16. November im Großen Haus werden entsprechende Handzettel verteilt, auf dem alle wichtigen Informationen stehen. Denn bei der Aufführung wird zudem auf der Bühne über Mikroport gesprochen und gesungen.

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"Und wer von den betroffenen Theaterfreunden sein Gerät entsprechend umstellt, kann ohne störende Nebengeräusche irgendwo im Raum, zum Beispiel das Husten des Nachbarn, die Audiosignale wie Musik oder Wortbeiträge drahtlos über das Hörgerät empfangen", erklärt der Spezialist.

"Es geht alles viel besser, man muss es nur wissen", sagt Strahl. Damit das Theater auch für Hörbehinderte wieder ein genussvolles Erlebnis wird, kleben demnächst an jeder Eintrittskarte die Hinweise: "Bitte Hörgerät umstellen". Aber dran denken: Es funktioniert nur vorne in den ersten Reihen.

(RP)