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Museum Kunstpalast in Düsseldorf: Die schreienden Bilder des Künstlers Tal R

Museum Kunstpalast in Düsseldorf : Die schreienden Bilder des Künstlers Tal R

Das Museum Kunstpalast präsentiert Werke des Akademie-Lehrers, die von der Stadtsparkasse angekauft wurden.

Ein gutes Gemälde ergreift den Betrachter, zieht ihn hinein ins Bild, lässt ihn alles anschauen und spuckt ihn dann wieder aus. So ähnlich umschreibt der Künstler Tal R die Qualität eines Kunstwerks. Der dänische Kunstprofessor spricht auf Englisch. Sein Deutsch möchte er den Besuchern lieber nicht zumuten, sagt er.

Mit den Artikeln - "immer dieses Der Die Das" - hat er noch arge Probleme. Dabei liebt Tal R das Experimentieren - nicht nur mit künstlerischen Materialien, sondern auch mit der Sprache. "Zig versus Zag" heißt zum Beispiel eine Serie von sieben Linolschnitten, die dem Museum Kunstpalast nun als Dauerleihgabe anvertraut wurde.

Die mit Wörtern und Ornamenten bekritzelten Bilder schreien den Betrachter geradezu an. Doch die flächigen, auf Spiegelfolie gedruckten Arbeiten sind nicht so oberflächlich, wie sie zunächst erscheinen. Die Symbolik der Zahl Sieben spielt eine Rolle. Vor allem macht der spielerische Umgang mit Sprache, Material und Farben den Reiz dieser kontrastreichen Kunst aus.

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Seit 2008 sammelt die Stadtsparkasse Düsseldorf zeitgenössische Kunst von Malern und Bildhauern, die mit dem Rheinland verbunden sind. Teile der Sammlung überträgt das Institut regelmäßig dem Museum am Ehrenhof. Zur Eröffnung der Sonderausstellung "Spot on" war der Künstler anwesend.

Seit 2004 lehrt Tal R an der Kunstakademie Düsseldorf. Zwischen Vorspeise und Hauptgang eines festlichen "Art Dinners" musste der sympathische Kunst-Star Rede und Antwort stehen. Er tat das gern. Offensichtlich macht es ihm Spaß, über sein Verständnis von Kunst zu sprechen.

In der Kunstakademie (er nennt sie sein "kleines Dorf") muss er den Studenten ohnehin täglich erklären, worauf es ankommt. "Zuerst machen, später denken!" lautet so ein Merkspruch. Der soll wohl zu Unbefangenheit und Spontaneität ermutigen. Aber: "Man sollte nicht anfangen zu malen, wenn man keinen Anlass hat!" Einfach drauflos zu pinseln - das geht meistens schief, weiß Tal R.

Geboren wurde er 1967 in Tel Aviv als Tal Rosenzweig Tekinoktay. Heute pendelt er zwischen seinem Atelier in Kopenhagen und der Akademie in Düsseldorf. Vor dem Hauptgang verriet der Professor mit der Baseballkappe noch, dass er hin und wieder auch Skizzen anfertige. Die verstehe er aber nicht als "Backrezepte" für ein folgendes Gemälde. Während des Malprozesses gebe es nämlich immer eine Entwicklung, die nicht vorhersehbar sei.

In der kleinen Schau mit den Neuerwerbungen der Stadtsparkasse werden nicht nur die Zick-Zack-Siebdrucke, sondern auch zwei großformatige Gemälde, eine Reihe von Radierungen ("Boy meets Girl" von 2002) und drei Arbeiten gezeigt, die Tal R dem Museum geschenkt hat. Dazu gehört eine kleine, honiggelbe Plastik aus Ton, die einem durchlöcherten Fuß ähnlich sieht. Sie wird auf einem Sockel präsentiert: Der Fuß erscheint jetzt auf Augenhöhe - das Banale wird erhaben.

(ila)