Die Düsseldorfer Rockband Ochmoneks im Porträt

Band aus Düsseldorf : Die Ochmoneks meinen es ernst - mit ihrer Musik

Die Düsseldorfer Rockband Ochmoneks besingt in ihren Songs die Liebe zum Feiern, zur Fortuna und zum Leben. Trotz Vollzeitjobs ist die Musik für sie weit mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung.

Welchen Song sollte sich ein potenzieller Fan anhören, um einen möglichst guten Eindruck von den Ochmoneks zu bekommen? Da wäre zum Beispiel „In Dur“ von ihrem gleichnamigen Debütalbum. Im Refrain heißt es: „Du machst es dir gern selber schwer, dein Leben läuft in Moll. Ich seh‘ fast alles positiv – du sagst, ich bin naiv. Für mich geht es nach vorne nur und wieder schreibe ich in Dur.“ Die Musik dazu ist schnell, energiegeladen, fast schon ein wenig aggressiv.

Die vier Jungs, die hinter diesen Zeilen stecken, scheinen auf den ersten Blick alle Klischees von Vollblut-Rockern zu erfüllen: Schwarze Kleidung, Lederjacken, Bärte und lange Haare. Doch sie haben noch mehr zu bieten. Die Typen, die in ihren Liedern gerne voll aufdrehen, können auch ruhig. „Du siehst müde aus, ist alles gut?“, fragt Daniel, der Schlagzeuger, Gitarrist Stefan. Die Vier sind für einander da. Denn die Band findet nicht nur während der Proben ein bis zwei Mal die Woche nach Feierabend statt. „Gefühlt hängen wir den ganzen Tag zusammen. Über Whatsapp sind wir ständig in Kontakt“, erzählt Dirk, Sänger der Band. Eins steht für ihn fest: „Das alles ist für mich kein Hobby, das ist mein Leben.“

Sich parallel zum Vollzeitjob noch Zeit zu nehmen für eine eigene Band und alles, was dazu gehört, sei nur eine Frage der Prioritätensetzung, meint Dirk. Ihren Jahresurlaub verbringen die Jungs nicht etwa am Strand, sondern auf den Bühnen Deutschlands – und damit auch auf der Autobahn. 2500 Kilometer an einem Wochenende werden die Ochmoneks während ihrer Tour im Mai und Juni 2019 fahren. Mehr Stress als Erholung? Diese Frage können sie nicht nachvollziehen. „Das ist der beste Urlaub, den wir uns vorstellen können“, sagt Dirk. Für ihre neueste Platte verbrachten sie zehn Tage in einem Studio im Münsterland. „Ein paar Kästen Bier, gute Gespräche und einfach mal nur Musik machen“, fasst Daniel die gemeinsame Zeit zusammen. Das Ergebnis wird im Mai veröffentlicht.

Was die Themen ihrer Lieder angeht, sind die Ochmoneks breit aufgestellt: „Liebe, Freundschaft, Feiern – wir singen über alles, was so zum Leben dazugehört“, sagt Dirk. „Aber wir sind immer lebensbejahend“, fügt Stefan hinzu, „das Glas ist immer halbvoll.“ „Nur die Biergläser sind meistens leer“, wirft Daniel mit einem Augenzwinkern ein. „Und dann aber auch ganz schnell wieder voll“, sagt Dirk und lacht.

Für das Schreiben der Lieder sind Dirk und Stefan zuständig – der Sänger für den Text und der Gitarrist für die dazu passenden Akkorde. Oft kommen wie zufällig besonders eingängige Lieder heraus, die sich perfekt zum Mitsingen eignen. Deshalb bezeichnen sich die Vier auch gerne als „Hymnen-Experten“. Ein gutes Beispiel dafür ist ihr Song „Fortuna“, eine Liebeserklärung an den Fußballverein. Und wenn die eigene Hymne plötzlich während eines Heimspiels im Stadion gespielt wird, bekommen sie auch mal Gänsehaut unter den Lederjacken – „auch wenn die Leute um einen herum nicht verstehen, warum man gerade so austickt“, sagt Dirk und schmunzelt.

Dabei ist Düsseldorf nur ihre Wahlheimat. Hierhin zog es sie aus beruflichen Gründen, Anlass zu bleiben war die Musik. Mit Düsseldorfs anderem erfolgreichem Rockmusik-Export, den Toten Hosen, wollen die Jungs trotzdem um keinen Preis verglichen werden. „Uns gäbe es auch ohne die“, sagt Dirk entschieden.

Wie es in den nächsten Jahren mit der Band weitergehen soll? Vom Musik machen haben die Ochmoneks noch lange nicht genug. Oder, wie es in einem ihrer Songs heißt: „Auf die Ohren, fertig, los!“

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