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"Turkayropa" in Düsseldorf: Deutsch-türkisches Festival in Arena

"Turkayropa" in Düsseldorf : Deutsch-türkisches Festival in Arena

Es ist eine einzigartige Idee: Beim "Turkayropa"-Festival in der Esprit Arena treten deutsche und türkische Popstars mit einem Sinfonie-Orchester auf. Das Konzert soll die unterschiedlichen Kulturen zusammenbringen. Die Veranstalter sind noch auf der Suche nach einem Schirmherren.

Sascha Dücker kann sich alles schon genau vorstellen: Links in der Arena steht die Bühne, auf der die bekanntesten Popstars aus der Türkei und aus Deutschland auftreten. "Und dahinter ist das Orchester, senkrecht, wie in einem Setzkasten, damit jeder es sehen kann." In der Halle duftet es nach orientalischen Gewürzen, an Ständen gibt es türkische Süßigkeiten, Hammelfleisch und Fladenbrot.

Momentan aber sitzt der Musikproduzent noch in der Lounge der Arena. Es riecht vornehm neutral, das Dach der Halle ist offen, von einer Bühne nichts zu sehen. Am 8. Dezember aber, wenn die ersten Töne das deutsch-türkische Musikfestival eröffnen — dann soll alles so sein, wie er es sich vorstellt. "Turkayropa" heißt das Festival, ein Kunstwort mit Hintergrund: "Es ist höchste Zeit für ein Konzert, das Deutsche und Türken zusammenbringt", sagt Sibel Oezkaya vom Veranstalter, der sich passenderweise "culture bridge concerts" nennt.

Die Musikwelt jenseits von Tarkan

Türkische Popstars wie Tarkan sind international bekannt. Die meisten anderen Namen auf der Festival-Liste dürften vielen Deutschen nicht geläufig sein — zu Unrecht, wie Sascha Dücker findet. "Sezen Aksu zum Beispiel ist eine hervorragende Sängerin, die als die erfolgreichste türkische Popkünstlerin gilt." (Und neben 500 eigenen Stücken auch Tarkans internationalen Küsschen-Hit "Simarik" komponiert hat.) Sie hat ebenso zugesagt wie der Folklore-Sänger Kubat, Zülfü Livanelli, der schon mit U2 auftrat, und die in Deutschland aufgewachsene Safiya. "Ein weiterer türkischer Superstar wird noch dabei sein — und ein Weltact aus Großbritannien", sagt Sibel Oezkaya.

Aus Deutschland sind Soulsängerin Sarah Connor und Adel Tawil vom Pop-Duo "Ich+Ich" dabei. Der ist zwar kein Türke, sondern arabischer Abstammung, "aber er ist ein Zeichen für Integration." Um eben diese hat es in den vergangenen Jahren immer wieder hitzige Diskussionen gegeben. Sind Türken in Deutschland integriert? Wollen sie sich integrieren? Lassen wir überhaupt zu, dass sie sich integrieren?

Das Festival solle keine politische Veranstaltung werden, winkt Telli Arslan vom Veranstalter innovatio events ab. "Es geht darum, Menschen verschiedener Kulturen zusammenzubringen. Musik kann das." Und doch hoffe man, dass sich schnell auch ein Politiker als Schirmherr für das Festival findet. Im Konsulat haben die Veranstalter schon angefragt.

Die Künstler werden aber nicht nur mit einer Live-Band ihre größten Hits spielen, sondern auch mit dem Vox Artis Philharmonic Orchestra. Klassische Unterstützung für Popmusik sei zwar nichts Neues, in diesem Fall aber passend, meint Dücker, der selbst ausgebildeter Opernsänger ist. "Die türkische Musik ist sehr pathetisch." Aus vielen Ländern Europas hat er die 60 Musiker in das Sinfonieorchester geholt, das schon mit Sarah Connor und Seal zusammengespielt hat.

Man wolle der türkischen Community das Gefühl geben, nach Hause zu kommen, sagt er. Nicht nur die Musik, sondern auch das Essen soll deshalb landestypisch sein, man müsse aber noch mit dem Caterer verhandeln. Möglich ist auch, dass aus Rücksicht auf konservative, muslimische Besucher kein Alkohol ausgeschenkt wird.

Die Veranstalter von Turkayropa hoffen, dass die Star-Dichte beim Festival in der Esprit Arena Gäste aus ganz Deutschland anzieht. So sollen die 50 000 Tickets, die seit gestern im Vorverkauf erhältlich sind, schnell ihre Abnehmer finden.

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(RP/ila)