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Das New Fall Festival in Düsseldorf startet mit einer Summer Edition

Konzerte : Sommerfest im Ehrenhof mit Pop aus Berlin und Italien

Die Konzertreihe „New Fall Festival Summer Edition“ beginnt mit Fil Bo Riva und der Neuköllnerin Sofia Portanet, die einen besonderen Düsseldorf-Bezug hat: In ihren Texten zitiert sie Heinrich Heine.

Am Montag, 20. Juli, beginnen im Ehrenhof die Konzerte der „New Fall Festival Summer Edition“. Musikfreunde können sich bis zum 26. August unter anderem auf den Experimental-Pianisten Hauschka, die Band Rikas, die Sängerin Mine und die Six Pianos freuen. Den Auftakt macht der als Fil Bo Riva bekannte Italiener Filippo Bonamici mit Indie-Rock und Folk. Am Mittwoch, 22. Juli, folgt ihm neben der Musikerin Ilgen-Nur die aufstrebende Sofia Portanet, die in drei Sprachen singt und Anfang des Monats ihr erstes Album „Freier Geist“ veröffentlicht hat, in dem sie auch Heinrich Heine zitiert.

Fast 60 Konzerte hatte die 30-Jährige für dieses Jahr geplant, ehe Corona sie zwang, fast alle abzusagen. „Das musste ich auch selbst erstmal verdauen“, sagt Portanet, deren Vater Spanier ist, die aber in Paris aufgewachsen ist. Statt der Live-Auftritte vor Publikum sollte das ein oder andere online übertragene Streaming-Konzert mit ihrer Band die Corona-Zeit überbrücken, aber so wirklich warm wurde die Popsängerin mit diesem Format nicht. Umso glücklicher ist sie, wieder touren und unter freiem Himmel auf der Bühne stehen zu können – und dann noch in Düsseldorf, der Heine-Stadt, den sie in ihren Texten nutzt. „Mit dem Song ,Wanderratte’ beziehe ich mich mit einem Augenzwinkern auf das Gedicht ,Die Wanderratten’“, sagt Portanet. Auch im Lied „Freier Geist“ fänden sich Anspielungen auf den Romantiker. Um dem Zuhörer zu ermöglichen, diese und andere Hommagen im Kontext zu verstehen, sind im Booklet der CD und auch im Cover der Vinyl-Platte die Gedichte aufgelistet, die die junge Sängerin zu ihren Texten inspiriert haben.

Die in Berlin-Neukölln lebende Musikerin singt aber nicht nur auf deutsch, sondern auch auf französisch und spanisch: „Das ist für mich ganz natürlich, ich bin ja seit frühester Kindheit mit drei Sprachen großgeworden.“ Die Song-Auswahl passe sie aber immer an die Muttersprache des Publikums an, sodass die Besucher im Ehrenhof vermutlich mehr deutsche Songs zu hören bekommen als jene auf dem South-by-Southwest-Festival im texanischen Austin, wo Petranet im vergangenen Jahr aufgetreten ist.

Nach dem „New Fall“-Sommerfest geht die musikalische Reise für die Neuköllnerin weiter zum Reeperbahn-Festival und zu einem Auftritt im ARD-Morgenmagazin – nicht im Tourbus oder mit der Bahn, sondern wahrscheinlich im Auto: „Wir wollen uns eher nicht in den Zug setzen. Ich finde, das Auto zu nehmen ist derzeit keine schlechte Idee für Bands, die beim Proben ohnehin Kontakt miteinander haben.“

new-fall-festival.de/summer-­edition-programm