Düsseldorf: Das Nachleben der begrabenen Quadriennale

Düsseldorf: Das Nachleben der begrabenen Quadriennale

Eine weitere Auflage des Kunstfests Quadriennale wird es nicht geben - das hat die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP unmissverständlich erklärt.

Deshalb stieß es in der Kulturszene auf Verwunderung, dass Quadriennale-Chefin Angela Eckert-Schweizer kürzlich die Leiter der Kulturinstitute zum Austausch einlud. In der Tat ist das Kunstfest zumindest formal noch nicht verschwunden: Die Quadriennale GmbH, also die Stadttochter, über die es organisiert wurde, existiert noch. Einen neuen Auftrag hat die GmbH aber noch nicht - auch wenn das Netzwerk-Treffen darauf hindeuten könnte. Laut Dezernent Hans-Georg Lohe diente das Treffen nur dazu, die während der Quadriennale intensivierten Kontakte zwischen den Kulturchefs zu pflegen. "Wir wollen dieses Netzwerk weiter nutzen", so Lohe.

Was mit der Quadriennale GmbH geschehen soll, ist nicht entschieden. Laut Lohe gibt es Überlegungen, sie in die Betreibergesellschaft des NRW-Forums umzuwandeln, denn das Ausstellungshaus soll mit dem neuen Leiter Alain Bieber auch eine neue Rechtsform bekommen. Dabei würde es aber wohl nur um die wirtschaftliche Hülle gehen: Das weitere Nutzen der bestehenden GmbH könnte Vorteile zu einer Neugründung bieten, so Lohe. Zur Zukunft der Mitarbeiter sagt er nur, man prüfe Optionen.

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Bei der SPD könnte man sich vorstellen, die Mitarbeiter an die Düsseldorf Marketing und Tourismus (DMT) anzugliedern, die wegen ihrer Schwächen beim Kulturmarketing in der Kritik steht. Das könne auch helfen, Arbeitsplätze zu erhalten. Von den Grünen heißt es hingegen, die wichtige Aufgabe des Kulturmarketings müsse die mögliche neue DMT-Leitung übernehmen - und nicht die Mitarbeiter eines gestrichenen Festivals. Auch eine Übernahme der Mitarbeiter ans NRW-Forum ist nicht wahrscheinlich: Von der FDP heißt es, der neue Leiter Alain Bieber müsse unbedingt selbst entscheiden können, mit wem er arbeiten will.

Die CDU wirft derweil die Frage auf, was aus dem städtischen Kunstpreis werden soll, der zur Quadriennale verliehen worden war, zuletzt 2014 an Katharina Fritsch. Die Union will im Kulturausschuss nachfragen. "OB Geisel und die Ampel sollten den Kunstpreis nicht leichtfertig aus der Hand geben", sagt der Ausschussvorsitzende Friedrich Conzen (CDU). "Das wäre nach dem Ende der Quadriennale eine weitere tiefe Schramme am Image der Stadt als Kulturmetropole."

(arl)
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