Düsseldorfer Kino-Institution Das Metropol zeigt endlich wieder Filme

Düsseldorf · Nach monatelangem Umbau hat das Metropol-Kino in Düsseldorf-Bilk neu eröffnet. Zur Premiere gab es „Falling into Place“, das Regie-Debüt der Schauspielerin Aylin Tezel. Ganz fertig ist das Haus aber noch nicht.

Das Metropol-Kino in Düsseldorf-Bilk.

Das Metropol-Kino in Düsseldorf-Bilk.

Foto: Nico Elze

Der 16. März 2023 wird Nico Elze, Geschäftsführer der Düsseldorfer Filmkunstkinos, noch lange in Erinnerung bleiben. An dem Tag schloss das Metropol-Kino in der Brunnenstraße für einen ebenso langen, wie aufwendigen Umbau. Der ist nun (fast) fertig. Nun feierte das Kino-Team mit dem Regiedebüt „Falling into Place“ der Schauspielerin Aylin Tezel im ausverkauften großen Saal die Wiedereröffnung.

„Das fühlt sich gut an“, stellte Daniel Bäldle zum Beginn der Vorführung beim Blick ins Publikum fest. „Endlich wieder Filme im Metropol und alle Plätze besetzt“, sagte der Kinoleiter. Er übernahm auch das anschließende Zuschauergespräch mit Aylin Tezel.

Sie schrieb nicht nur das Drehbuch für „Falling into Place“ in vier Wochen während eines Aufenthalts in Schottland, sondern übernahm auch die Regie und spielte die Hauptrolle. Keine leichte Aufgabe und eine Herausforderung für die 31-jährige, die zuletzt etwa in der viel beachteten Serie „Unbroken“ und an der Seite von Joseph Gordon-Levitt im Thriller „7500“ im Kino zu sehen war.

Das Metropol ist der Veteran unter den Düsseldorfer Filmkunstkinos. 1940 eröffnet, ist es das älteste Lichtspielhaus in der Stadt. Udo Heimansberg machte aus dem Metropol 1979 ein Programmkino. Vor drei Jahren zog er sich aus dem aktiven Geschäft zurück. Aber zur Wiedereröffnung kehrte er an seine alte Wirkstätte zurück.

Die rund acht Meter breite Leinwand hat nicht mehr die halbrunde Form, auf die sich immer noch der Name „Cinerama“ des großen Saals bezieht. „Heute kann man dieses Format digital herstellen“, erklärte Heimansberg. Er erzählte ein paar Anekdoten aus seiner Zeit als Betreiber der Filmkunstkinos.

Es ist die besondere Atmosphäre, die Aylin Tezel an den Arthouse-Kinos so gut gefällt. „In meiner Teenagerzeit war da diese Sehnsucht, etwas Künstlerisches zu machen. Mir war es deshalb immer wichtig, in die Arthouse-Filme zu gehen, abseits vom Mainstreamkino“, erinnerte sie sich und geriet ins Schwärmen: „Solche kleinen Kinos haben diesen ganz besonderen Zauber, den große Kino-Ketten so gar nicht herstellen können“.

Sätze wie diese sind Balsam auf die Seele des Metropol-Teams. Denn der Umbau in der Brunnenstraße hat nicht nur länger gedauert als erwartet, er riss auch ein ordentliches Loch ins Budget. „Wir hatten mit rund 800.000 Euro kalkuliert und mussten dann feststellen, dass wir inzwischen über einer Million liegen“, bilanzierte Nico Elze. Zwar gab es Fördergelder, doch so ein altes Gebäude komplett neu zu gestalten, erwies sich als echte Herausforderung für die Architektin Anna Wollenberg. „Wir wollten und mussten mehr Platz schaffen, und es gab natürlich viele Auflagen - zum Beispiel zum Brandschutz“, fasste Wollenberg zusammen.

Dem Ziel, vier, statt der vorherigen zwei Säle anzubieten, sind sie schon einen großen Schritt näher gekommen, doch „bis wir den dritten und vierten eröffnen können, wird es noch etwas dauern. Uns ist das Geld ausgegangen“, bedauerte Kinoinhaber Kalle Somnitz zur Eröffnung. Nicht zuletzt habe es das Publikum in der Hand, wie schnell es mit der Fertigstellung weitergeht, denn: „Wenn Sie wieder in die Kinos gehen, gestalten Sie die Zukunft des Metropols damit“, adressierte Somnitz seinen größten Wunsch zu Beginn des Abends an die Zuschauenden.

Die waren durchweg begeistert von Aylin Tezels Regiedebüt und hatten im Anschluss an die Vorführung viele Fragen an die Schauspielerin. Zum Beispiel, wie sie auf die Idee zu ihrem Film kam. Am Anfang habe der Traum gestanden, einmal selbst einen Film zu machen. Aus einem ersten Dialogentwurf wurde bei einem Aufenthalt in Schottland ein Drehbuch. „Die Geschichte wollte einfach aus mir heraus“, erinnerte sie sich. Geplant hatte sie die Reise über Silvester, ihr Hotel war nur für zwei Tage gebucht. „Ich bin jeden zweiten Tag runter zur Rezeption und hab verlängert“, verriet sie. Am Ende wurden es vier Wochen.

In „Falling into Place“ erzählt Tezel eine Liebesgeschichte, und gleichzeitig fängt sie das Gefühl einer ganzen Generation ein, die wie sie selbst Anfang 30 ist. Ein wenig getrieben von den Anforderungen der Gesellschaft und gleichzeitig auf der Suche nach einem Menschen, der bereit ist, einen anzunehmen wie man ist.

Ein starkes Debüt und ein gelungener Auftakt für die Wiedereröffnung des Metropol-Kinos.

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