Kommödchen in Düsseldorf feiert Jubiläum 75 Jahre alt und politischer denn je

Düsseldorf · Das Kommödchen in Düsseldorf feiert Geburtstag und bringt anlässlich seines 75-jährigen Bestehens ein neues Programm auf die Bühne. Der Krieg in der Ukraine dämpft jedoch die gute Laune, und die Premiere von „Bulli. Ein Sommermärchen“ verschiebt sich.

 Die Premiere des Stücks "Bulli. Ein Sommermärchen" mit Martin Maier-Bode, Maike Kühl, Daniel Graf, Heiko Seidel (v.l.) verschiebt sich um vier Wochen.

Die Premiere des Stücks "Bulli. Ein Sommermärchen" mit Martin Maier-Bode, Maike Kühl, Daniel Graf, Heiko Seidel (v.l.) verschiebt sich um vier Wochen.

Foto: Stephan Wieland

Seit 75 Jahren gibt es bereits das Kommödchen in Düsseldorf – ohne Unterbrechung und ohne öffentliche Subventionen. Das erfüllt Leiter des Hauses Kay Lorentz durchaus mit Stolz. Bedanken möchte er sich zum Geburtstag des Hauses daher auch beim Publikum: „Die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer – und die vielen Menschen, die uns aus dem Umland und auch oft von weit her besuchen, tragen dieses Theater und haben sein Leben und auch sein Überleben möglich gemacht“, schreibt er.

Das Kommödchen sieht Kay Lorentz auf einem einzigartigen Weg zwischen Kabarett und Komödie, zwischen Stand-Up und Stück, zwischen Leichtigkeit und Tiefgang. Dabei stecke hinter dem Theater eine Erfolgsgeschichte, und auch die sehr schwierige Corona-Zeit konnte das Haus überstehen. Als Leiter des Kommödchens möchte er dem Haus eine eigene Richtung geben und neue Wege für Satire finden.

Kay Lorentz übernahm die Leitung des Hauses von seinen Eltern Kay und Lore Lorentz, die das Kommödchen als politisch-literarisches Kabarett gründeten. Kay Lorentz prägte das Haus als Regisseur und Theaterleiter, während Lore Lorentz das Publikum mit gesellschaftspolitischen Chansons, intellektuell scharfen Pointen und auch Herzenswärme begeisterte.

Am 29. März 1947 feierten Kay und Lore Lorentz mit ihrem ersten Programm „positiv dagegen“ Premiere. Der Titel entwickelte sich zu einem Leitspruch, dem sich alle Mitwirkenden bis heute verpflichtet fühlen. Das Kommödchen sieht sich als „Stimme der Demokratie“. „75 Jahre satirischer, subkutaner Krawall auf hohem Niveau. Und ja, mit 75 sind wir alt – aber aktueller und gesellschaftspolitischer denn je“, stellt Kay Lorentz klar.

Eigentlich wollte das Kommödchen am „Jahrestag“ – also am 29. März – mit einer Premiere seinen 75. Geburtstag gewissermaßen standesgemäß feiern, doch zum Feiern ist dem Ensemble aktuell nicht zumute. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine war dem politisch-literarischen Kabarett klar, dass sie die aktuellen kriegerischen Kampfhandlungen in Europa nicht ignorieren können.

Deshalb entschied das Team kurzfristig, das Programm leicht umzuschreiben und die Premiere von „Bulli. Ein Sommermärchen“ um vier Wochen auf den 26. April zu verschieben. Dann aber kann sich das Publikum auf ein brandneues Ensembleprogramm freuen.