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Das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ hofft auf baldige Premiere.

„Theater der Klänge“ hofft auf baldige Premiere : Spektakuläres „Lackballett“ zur Überbrückung

Kunstdrucke vom farbsatten „Lackballett“ sind jetzt in einer Online-Galerie zu sehen und erwerben. Auch damit hofft das „Theater der Klänge“ über die Runden zu kommen – bis zur erhofften Premiere von „Mensch und Kunstfigur im Kugeltheater“ Anfang Mai.

Die für 2020 geplante Premiere „Mensch und Kunstfigur im Kugeltheater“ musste das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ im Pandemiejahr mehrfach verschieben. Jetzt hofft Regisseur Jörg Udo Lensing mit zartem Optimismus, dass die Inszenierung am 6. Mai über die Bühne gehen kann. Das freie Musik- und Tanztheater bringt seit 1987 in der Regel eine Produktion pro Jahr heraus und begeistert mit seinen experimentellen Gesamtkunstwerken ein treues Stammpublikum.

Nun aber fehlen die Einnahmen der stets ausverkauften Vorstellungen. Es musste eine kreative Möglichkeit gefunden werden, das Theater über Wasser zu halten. Sein Gründer und Leiter Jörg Udo Lensing machte sich die Erfahrungen aus der Video-Streamingserie „Theater auf Abruf“ zunutze, die von März bis September 2020 zu sehen war. Er besann sich auf das „Lackballett“, das 2019 zum 100. Bauhaus-Jubiläum Premiere feierte. Eine expressive Inszenierung, die eine Schöpfung von Oskar Schlemmer weiterentwickelte. Aus dessen Original von 1941 mit viereinhalb Minuten Länge wurde eine einstündige Performance ‒ ein Rausch aus Farben, Kostümen und Tanz.

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In einer weiteren Variante stellte das „Theater der Klänge“ jetzt eine von Jörg Udo Lensing kuratierte Ausstellung ins Netz, eine Online-Galerie mit Bildern aus dem „Lackballett“. Dabei erzählt er, wie Oskar Schlemmer, an dem man bei der Bauhaus-Geschichte nicht vorbeikommt, 1933 als entarteter Künstler Berufsverbot bekam, seine Professur in Breslau einbüßte und sich als Maler und Anstreicher in einem Stuttgarter Betrieb verdingte, während seine Frau Gemüse auf dem Wochenmarkt verkaufte. Gerettet wurde der Bildhauer, Grafiker, Bühnenbildner und Choreograf von dem Wuppertaler Fabrikanten Herberts, der immer wieder Künstler in sein Farblabor einlud und ihnen viele Freiheiten gewährte. Dort entstand zum Firmenjubiläum 1941 Schlemmers „Lackballett“, getanzt von sechs Damen der Betriebssportgruppe. Es gab nur eine einzige Vorführung.

In der virtuellen Galerie zeigt das „Theater der Klänge“ zwölf Lackbilder, die Fotograf Oliver Eltinger zu der Ballett-Inszenierung von 2019 gemacht hat. Diese Kunstdrucke sind käuflich zu erwerben, zu Preisen ab 490 Euro (echter Abzug AluDibond ultraHD, 71 x 40 cm) bis 725 Euro (Foto im Holzrahmen, 89 x 50 cm). Wobei – wie Jörg Udo Lensing erklärt – der reine Materialwert etwa ein Viertel der ausgewiesenen Preise beträgt. Der größere Rest ist als Tantieme für den Videokünstler Yoann Trellu und den Fotografen, für Herstellung und Vertrieb sowie das Theater bestimmt. Auf der Homepage ist ein Trailer aus dem spektakulären „Lackballett“ mit seinen mechanisch bewegten Figurinen zu sehen. Es weckt Sehnsucht nach mehr, das bestätigt auch Jörg Udo Lensing: „Grundbedingung für Theater und Tanz ist der Bühnenort, in dem sich eine Gemeinschaft versammelt, um einem kultischen Ereignis beizuwohnen.“

Info Online-Galerie bis 10. Mai, www.theater-der-klaenge.de