1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

Das Düsseldorf Festival bringt „Tabula Rasa“ heraus

„Tabula Rasa“ in der Mitsubishi Electric Arena : Wenn die Künstler wieder in die Manege dürfen

Endlich fließt die Energie wieder: Vom 23. bis 25. September ist das aufwendige Bühnenprogramm „Tabula Rasa“ zu sehen. Tänzer, Musiker und Akrobaten treten in Dialog mit dem Publikum.

Das Schöne am Düsseldorf Festival ist die Internationalität der Künstler. Aus aller Welt kommen die Akrobaten und Tänzer, die Musiker und Geschichtenerzähler, deren Darbietungen zwischen Poesie und meisterlichem Handwerk changieren. Sie tragen immer auch ein wenig Kulturgeschichte hinein in den Saal, den in diesem Jahr ausnahmsweise einmal nicht das Zelt am Burgplatz beherbergt, sondern die Mitsubishi Electric Halle an der Siegburger Straße.

Die Intendanten des Düsseldorf Festivals, Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen, und ihr Team mussten wegen der Corona-Pandemie neue Wege gehen und nicht nur in räumlichen Angelegenheiten umdisponieren. Künstler vermochten keine weiten Reisen zu unternehmen, also lag der Fokus von Oxenfort und Dahmen bei der Wahl der Produktionen dieses Mal vornehmlich auf der nahen Umgebung, welche sie aber ohnehin stets mit im Blick haben. Irgendwann saßen sie dann mit Takao Baba und Christian Eggert am Tisch: Habt ihr eine Idee? Hatten sie und kreierten eine neue Show mit Namen „Tabula Rasa“, die es vom 23. bis 25. September an der Siegburger Straße zu sehen gibt.

Takao Baba, der aus Düsseldorf stammt und künstlerische Wurzeln im Hip-Hop hat, arbeitet als Choreograf; er organisiert unter anderem das internationale Hip-Hop-Festival Funkin‘ Stylez. Christian Eggert ist als Regisseur im Artistik- und Eventbereich tätig und Erfinder von Urbanatix, einem Projekt, bei dem aus Artistik, Live-Musik und urbaner Jugendkultur ein aufwändiges Bühnenprogramm geknüpft wird und das im Ruhrgebiet angesiedelt ist. Den Kontext, in dem „Tabula Rasa“ entstanden ist, darf man sich also als sehr lebendig vorstellen, mal abgesehen davon, dass es nach der Zwangspause durch Corona in der Welt der Künstler Energie im Überfluss geben dürfte. „Wir wollen endlich wieder kreativ sein dürfen“, sagt Eggert, „und die Künstler möchten zurück auf die Bühne.“ Eben darum geht es in „Tabula Rasa“ – um die Rückkehr in das Dasein als Tänzer, Akrobat und Musiker, der man so lange nicht sein durfte, weil das Publikum als Dialogpartner fehlte.

Crossover ist die Spezialität von Egger und von Takao Baba, der von Krumping über Locking bis zu Hip-Hop das gesamte Spektrum der urbanen Tanzkunst choreografisch zu nutzen weiß. Akrobaten wie Guillaume Karpowicz, der sich auf das Spiel des Diabolo versteht, performen mit Tänzern, und auch musikalisch wird aus dem Vollen geschöpft mit Klassik, Elektro und Pop.

Die Musik kommt live vom Cello und von der Marimba, die mit dem Xylophon verwandt ist, hin und wieder gibt es auch Zuspielungen vom Band. André Kaczmarczyk vom Düsseldorfer Schauspielhaus liest einen Text ein, den jeder Künstler auf seine Weise interpretiert. „Es geht für uns wieder los“, sagt Eggert, „diesen Lebensdrang bringt ,Tabula Rasa‘ auf den Punkt.“

Info www.duesseldorf-festival.de