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Brief an OB Thomas Geisel für Unterstützung von Museen in Düsseldorf

Goethe-Museum in marodem Zustand : Brandbrief der Kulturpolitiker an OB

CDU, Grüne und FDP haben Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel um finanzielle Unterstützung für das Theatermuseum und das Goethe-Museum gebeten.

Vor knapp 14 Tagen haben sich die kulturpolitischen Sprecher von CDU, Grünen, SPD und FDP getroffen. Über Parteigrenzen hinweg treibt sie die ungewisse Zukunft des Theatermuseums und der marode bauliche Zustand des Goethe-Museums um. In nicht offizieller Runde berieten sie darüber, wie sie Oberbürgermeister Thomas Geisel davon überzeugen könnten, beiden Kultureinrichtungen die notwendige Unterstützung zuzusagen.

Bisher habe sich Geisel in dieser Hinsicht eher mäßig aktiv gezeigt, fanden die Politiker. Sie beschlossen, einen Brief an den OB zu verfassen. Ein freundliches Schreiben ist es geworden, denn in diesen schwierigen Zeiten sei überparteiliches Engagement doch ein schönes Signal. Zumal es ums Geld geht, das nur zähneknirschend herausgerückt wird, da die Gewerbesteuereinbrüche als immens prognostiziert werden.

Das Theatermuseum zieht demnächst in das neue Kulturzentrum Kap 1 am Konrad-Adenauer-Platz. Für eine angemessene Präsentation und pädagogische Arbeit braucht es etwa 830.000 Euro, hat die Leitung errechnet; bewilligt wurden 300.000. Hinzu kommt, dass das Haus bald ohne Leitung dasteht, denn der derzeit kommissarische Direktor Michael Matzigkeit geht im Herbst in Rente. Dem Goethe-Museum steht eine akute Elektro-Sanierung für 650.000 Euro bevor. Kommt das Geld nicht, schließt der TÜV den Betrieb, heißt es aus dem Museum. In beiden Fällen möge der OB helfen, bitten die Politiker in dem Brief, den am Ende nur CDU, Grüne und FDP unterschrieben haben. Die SPD entschied sich auf den letzten Drücker um. Offenbar möchte man Parteifreund Geisel nicht verärgern.Das Schreiben wurde vor zehn Tagen abgeschickt, bisher hat der OB noch nichts von sich hören lassen.