Bewegungskünstler Zimmermann & de Perrot aus Zürich: Der unheimliche Akrobat

Düsseldorf: Der unheimliche Akrobat

Die Bewegungskünstler Zimmermann & de Perrot aus Zürich wissen, wie ihr Theater sein soll: "Wir sind kleine Möchtegerngrosse, denen plötzlich alles über den Kopf wächst. Wir spielen rings um den Abgrund. Wir lachen uns kaputt und meinen es todernst." Ihre Aussagen sind Teil einer exakten Beschreibung auf ihrer Homepage, und sie passen wie die Faust aufs Auge zum Soloprogramm "Hallo" von Martin Zimmermann, das er beim Düsseldorf Festival vorstellt.

Die Bewegungskünstler Zimmermann & de Perrot aus Zürich wissen, wie ihr Theater sein soll: "Wir sind kleine Möchtegerngrosse, denen plötzlich alles über den Kopf wächst. Wir spielen rings um den Abgrund. Wir lachen uns kaputt und meinen es todernst." Ihre Aussagen sind Teil einer exakten Beschreibung auf ihrer Homepage, und sie passen wie die Faust aufs Auge zum Soloprogramm "Hallo" von Martin Zimmermann, das er beim Düsseldorf Festival vorstellt.

Er hüpft, balanciert oder schlurft mit quietschenden Schuhen über den Bühnenraum des Tanzhauses, der aus den Fugen gerät. Eine Kiste löst sich in seinen Händen in ihre Einzelteile auf: Sie verwandelt sich in einen Zaun, der den drahtigen Mann umgibt. Oder in ein Häuschen, in dem er Schutz sucht. Ein großer Rahmen, wie ein Schaufenster auf der Bühne, verändert ständig seine Form. Er verbiegt sich, klappt zerstörerisch zusammen.

Zuweilen schafft es Zimmermann, hinaufzuklettern und sich wie ein Wellenreiter oben zu halten. Doch immer wieder droht ihn das Holzgestell zu zerquetschen. Gelingt es dem Akrobaten kurzzeitig, die Szenerie zu beherrschen, so kann man sicher sein, dass ihm die lebendig erscheinenden Dinge auf der Bühne bald wieder seine Grenzen aufzeigen. Zum Beispiel, wenn er vom Gestell eines Metallstuhls gefangen genommen wird. Alles wird von einem unheimlichen Lachen begleitet, das aus einer Klapptür im Boden emporhallt - und von Zimmermanns "Hallo"-Rufen, mal forsch, mal verzweifelt wie um Hilfe bittend. Die Zuschauer schwankten zwischen Gelächter und Schrecken - wer sich nicht darauf einlassen und die Absurditäten einfach geschehen lassen konnte, verließ den Saal. Am Schluss gab es stehende Ovationen vieler Fans.

(RP)