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Kunstausstellung: Banken setzen auf Kunstwerke

Kunstausstellung : Banken setzen auf Kunstwerke

Viele Geldinstitute zeigen in ihren Filialen Kunstobjekte, um Kunden zu gewinnen und um Kunst als Vermögensanlage vorzustellen. Man muss aber kein Kontoinhaber bei der jeweiligen Bank sein, um Malerei, Zeichnungen und Installationen zu besichtigen.

Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen haben ihre Plätze in einer der zahlreichen Kunstgalerien Düsseldorfs. Doch gibt es zuweilen interessante Ausstellungen an Orten, die auf den ersten Blick weniger mit Malerei oder Bildhauerei in Verbindung gebracht werden.

Zurzeit bekommen die Büroflure der BHF-Bank im Benrather Karree viel Aufmerksamkeit von Kunstkennern. Gezeigt werden dort etwa 60 Exponate von Ernst Wilhelm Nay. Seine Gouachen, Aquarelle und Druckgrafiken sind selten in der Öffentlichkeit zu sehen und befinden sich in Privatbesitz. Dass sie nun dennoch in dem privaten Bankhaus zu sehen sind, ist André Weber zu verdanken.

Der Leiter der Niederlassungen Düsseldorf und Essen knüpfte den Kontakt zu einer Essener Galerie und erreichte, dass die Bilder der BHF-Bank als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden. "Mit der Ausstellung möchten wir Kunst als Anlage für Vermögenswerte vorstellen", sagt Weber. Auch ein reiner Selbstzweck für das Geldinstitut gebe es. "Wir wollen die Bank bei den Bürgern bekannter machen." Weber betont, die Ausstellung stünde für jedermann offen – allerdings nach telefonischer Absprache. "Das Interesse ist groß. Wir haben pro Woche mehrere Anrufe und machen gern Besuchstermine aus." Die Nay-Schau ist die erste Kunstaktion in den Räumen der BHF-Bank.

Alle Seiten sollen profitieren

Schon die sechste Ausstellung ist bei "Merck Finck und Co" zu sehen. Die Privatbank an der Benrather Straße arbeitet für ihre aktuelle Kunst-Präsentation mit der Galerie Hans Strelow in Oberkassel zusammen. Christoph Neu, Niederlassungsleiter des Geldinstituts, formuliert deutlich den Zweck seines Engagements: "Wir möchten beide profitieren und knüpfen jeweils Kontakte zu den Kunden des anderen."

Dafür konzentrieren sich die Partner auf die Vernissage. Bis zu 150 Gäste kommen zu den Eröffnungen, bei denen in der Regel die Künstler selbst über ihre Werke informieren. "Ein absoluter Erfolg" seien die Eröffnungen, sagt Neu. Die Bank gewinne regelmäßig neue Kunden. Kein Wunder, dass Neu weit im Voraus denkt. Bis ins Jahr 2013 sind die Räume der Bank als Ausstellungsort verplant. Für jede Schau ist dann eine andere Galerie der Partner von "Merck Finck und Co".

Auch die Stadtsparkasse Düsseldorf engagiert sich für Kunst. Der Unterschied zu den Privatbanken ist, dass die SSK keine Ausstellungen in ihren Filialen organisiert, sondern eine Stiftung gegründet hat. Diese kauft einmal pro Jahr ein Werk eines renommierten Künstlers. Im vergangenen Jahr stand die Installation "Möbel für One Man Houses" von Thomas Schütte auf dem Einkaufszettel. Kosten für das Werk: etwa 200 000 Euro. Um die Installation der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, arbeitet die Stadtsparkasse mit dem Museum Kunst Palast zusammen. Dort ist Schüttes Werk zurzeit als Dauerleihgabe zu sehen. "Wir als Stadtsparkasse wollen uns für die Stadt engagieren und uns für Künstler der Region einsetzen", sagt Latifa Shangama von der Kunst- und Kulturstiftung Stadtsparkasse Düsseldorf. Die SSK-Stiftung hat noch mehr Projekte in Arbeit. Sie fördert auch die Bereiche Darstellende Kunst, Musik und Film.

Stadtsparkasse gründete Stiftung

Von einem solchen großen und langjährigen Projekt ist André Weber von der BHF-Bank noch weit entfernt. Aber sein Einsatz für die Nay-Ausstellung hat sich gelohnt, die Resonanz von Kunden und Besuchern ist durchweg positiv. "Und wir haben schon Kontakt zu Künstlern, die ebenfalls bei uns ausstellen möchten", sagt Weber. "Das Projekt Kunst in der BHF-Bank wird fortgesetzt."

(lod)