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Düsseldorf: Banal: Die Kunsthalle misst die Zeit

Düsseldorf : Banal: Die Kunsthalle misst die Zeit

Dem Begriff "Künstler-Wissenschaftler" begegnet man neuerdings häufig in Texten zur Kunst. Was soll das heißen?

Leonardo da Vinci, der als geistreicher Erfinder bekannt war, käme dann wohl als Ahnherr dieser Künstler-Spezies infrage. Auch Florian Neufeldt und Matthias Ströckel, die nun in der Kunsthalle ausstellen, befassen sich mit der Vermessung der Welt.

Neufeldt hat eine für den Besucher unsichtbare Bohrmaschine konstruiert, die eine Zwischenwand des Ausstellungsraums abtastet und unberechenbar durchlöchert. Das hört sich unheimlich an, wenn der Bohrer ohne Vorwarnung aufheult. Hier übernimmt also eine Maschine die "künstlerische" Durchführung. Matthias Ströckel (1986 geboren) widmet sich in seinen Arbeiten der Vermessung von Zeit. In einem schlichten Versuchsaufbau verbindet er die Zeiger zweier Metronome mit einer Schnur, wodurch auf Dauer die Ungenauigkeit der mechanischen Zeitmessung sichtbar wird. Das heißt: Wenn die tickenden Geräte aus dem Gleichtakt kommen, gibt es ein Problem.

Wer vor Besuch der Schau liest, dass der Künstler "das Beobachten sowie Festschreiben von Raum und Zeit thematisiert", der wird beim Betrachten dieser banalen Ergebnisse enttäuscht sein.

(RP)