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Düsseldorf: Ballett bekommt Tanzhaus am Steinberg

Düsseldorf : Ballett bekommt Tanzhaus am Steinberg

Grundstück neben dem Ex-Rheinbahn-Depot am Steinberg. Die Pläne für Ateliers in dem Gebäude bleiben unberührt.

Das frühere Rheinbahn-Depot am Steinberg in Bilk wird bald ein Kulturzentrum der ganz anderen Art. Die Karnevalisten bauen dort bereits seit Jahren ihre Rosenmontagszugwagen, in den beiden anderen Hallen des Depots sollen Absolventen der Kunstakademie Ateliers bekommen — und seit gestern ist klar, dass auf dem Parkplatz neben dem früheren Depot ein Tanzhaus für das Ballett der Deutschen Oper am Rhein entsteht. Es heißt, diese Entscheidung sei für Ballett-Chef Martin Schläpfer entscheidend gewesen, einer Vertragsverlängerung zuzustimmen.

Das bestehende Probehaus in Oberkassel reichte für die Bedürfnisse der Compagnie, die sich in den vergangenen Jahren zum Aushängeschild der Düsseldorfer Kultur entwickelt hat, nicht mehr aus. Oberbürgermeister Dirk Elbers: "Deshalb haben wir entschieden, ein neues Balletthaus entstehen zu lassen." Auf 3000 Quadratmetern sollen die Künstler am Steinberg wirken. Vorgesehen sind fünf Säle und große Garderoben für die 48 Tänzer. Auch die Ballettschule mit zurzeit 55 Schülern soll einziehen. Das Haus soll bereits Mitte 2014 fertig sein. Die Planungen laufen. Dass man am Steinberg bauen will, ist laut Elbers wohl durchdacht. "Der Ort ist nicht zufällig ausgewählt: Steinberg ist in unseren Überlegungen seit längerer Zeit als ein Ort für Kultur und Kreativität angedacht."

Ein privater Investor soll das Balletthaus bauen und es an die Stadt vermieten, genau so, wie es kürzlich auch für die Proberäume im Bunker Gather Weg in Lierenfeld praktiziert wurde. Auf diese Weise muss die Stadt nicht die Millionen für den Bau investieren. Ein langfristiger Mietvertrag sichert dem Investor später eine feste Rendite und gibt der Stadt Planungssicherheit. Die Ausschreibung wird im Januar in die Wege geleitet.

Für das Gelände am Steinberg gibt es weitere Pläne. Schon seit längerem ist angedacht, zwei der drei Hallen des ehemaligen Rheinbahn-Depots innen so zu gestalten, dass man dort Ateliers für herausragende Absolventen der Kunstakademie einrichten kann. Wenn nun ein Investor gefunden wird, der das Tanzhaus baut, hofft man, auch den Rest des Objektes in Angriff nehmen zu können. Für diesen Atelierbau wären das Land als Träger der Akademie und die Hochschule selbst zuständig. Mit den Ateliers beabsichtigt man, Künstler in der Stadt zu halten. Verbunden mit dem Projekt ist zudem der Plan, Wohnungen in das Areal zu integrieren.

Oberbürgermeister Dirk Elbers, der zuletzt mit der Kündigung von Schauspiel-Intendant Staffan Holm, den Querelen mit Duisburg um die Oper und dem Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des NRW-Forums schlechte Nachrichten für die Kultur zu verdauen hatte, freute sich gestern sichtlich, den Bau des Tanzzentrums und die Verlängerung der Verträge mit Schläpfer und Generalmusikdirektor Axel Kober verkünden zu können. Er durfte sich viel Lob von den Künstlern anhören. Martin Schläpfer: "Es ist außergewöhnlich, dass eine Stadt sich entscheidet, dem Tanz neue Möglichkeiten zu schaffen."

Kultur Seite C 1

(RP/jco)