Kulturprogramm zur UEFA EURO 2024 Von haarigen Männerbeinen und Spitzenschuhen

Düsseldorf · Einige Düsseldorfer Kulturinstitute bieten anlässlich der Fußball-EM 2024 ein Sonderprogramm an. Das Theatermuseum setzt dabei auf eine ungewöhnliche Themenkombination. Was die Besucher erwartet.

 Fortuna Düsseldorf trifft auf Ballett am Rhein. Links zu sehen, eine Fotografie vom Spiel Fortuna Düsseldorf gegen FC Bayern München. Auf der rechten Seite sieht man ein Probenfoto von William Forsythe „Artifact II“ mit Futaba Ishizaki und Vinícius Vieira.

Fortuna Düsseldorf trifft auf Ballett am Rhein. Links zu sehen, eine Fotografie vom Spiel Fortuna Düsseldorf gegen FC Bayern München. Auf der rechten Seite sieht man ein Probenfoto von William Forsythe „Artifact II“ mit Futaba Ishizaki und Vinícius Vieira.

Foto: Karl Schlüpner/Stadtarchiv der Landeshauptstadt Düsseldorf, Daniel Senzek/Deutsche Oper am Rhein

Fußball und Ballett haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Während sich beim Ballett alles um Eleganz und Leichtigkeit dreht, geht es auf dem Fußballplatz oft ruppig zu. Hauptsache man gewinnt. Zur Fußball-EM bietet das Theatermuseum mit der Ausstellung „Exzellente Fußarbeit. Ballett am Rhein trifft Fortuna Düsseldorf“ ein Kulturangebot, das die beiden Disziplinen vereint. In Form von Bewegtbildfotografien werden diese in einen Dialog gestellt, um Fortuna- und Ballettfans sowie Fotografieinteressierte anzusprechen.

Ab dem 19. April werden in vier Ausstellungsräumen und dem angrenzenden Flur rund 120 Stücke präsentiert: Kostüme aus dem eigenen Bestand, Bewegtbildfotografien, Trikots, Sammelbilder, Kostümentwürfe, Autogrammkarten und Riso-Drucke. Im Fokus stehe dabei die Abbildung von Körpern in Bewegung und die Bewegtbildfotografie mit all ihren Eigenheiten, sagt Museumsleiter Sascha Förster. „Es geht bei uns auch darum, bewusst bei beiden Sportarten den Blick auf die Fotografien als Fotografien zu werfen. Das gilt für Fußball und darstellende Künste glaube ich gleichermaßen, dass man sie oft nur als Dokumente betrachtet.“ Die eigene ästhetische Qualität der Kunstwerke falle oft hintenüber und soll in der Ausstellung gewürdigt werden. Zu gleichen Anteilen sollen die beiden Sportdisziplinen Platz im Theatermuseum finden, sagt Förster.

Sowohl die Ballett- wie auch die Fortuna-Fotografien würden dabei mehrere Jahrzehnte abbilden und die damit verbundene fototechnische Entwicklung. Die meisten Fotografien seien von Eduard Straub. Das Fortuna-Material werde vom Vereinsarchiv selbst und dem Stadtarchiv sowie vom Fotografen Freddy Scheidemann gestellt. Viele Arbeiten im Bereich Ballett stammen vom Fotografen der Oper am Rhein Daniel Senzek.

Bei den Ballettfotografien gebe es eine Besonderheit. Hier hatten Besucher der Plattform namens nextmuseum die Möglichkeit, unter rund 40 Werken selbst zu bestimmen, welche Fotos aus der Ballettinszenierung „Die steinerne Blume“ gezeigt werden sollen. Durch die Abstimmung von Außenstehenden sollte ein anderer Blick auf das Material ermöglicht werden, so Förster, denn ihm und seinem Team als Kuratoren der Ausstellung seien die Arbeiten bestens bekannt.

Eine Art Installation, die einen Kunstrasen mit einer Ballettstange und einer Fototapete einer der Spielstätten des Düsseldorfer Fußballvereins miteinander koppelt, erwartet die Besucher im Flur. Farbenprächtige Drucke, die mit dem japanischen Druckverfahren in Zusammenarbeit mit dem Sprachintegrationsverein „Hispi“ entstanden sind, zieren zwei Wände. Ein Vorhang zeigt eine Tanzszene.

Das mit einer Fördersumme von 30.000 Euro bedachte Theatermuseum möchte zudem mit seiner Nähe zu einer von Düsseldorfs Fußballfanzonen die Bedeutung des Sports in Düsseldorf beleuchten.

Info Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstraße 1, 40479 Düsseldorf, 0211 8996130, theatermuseum@duesseldorf.de, www.duesseldorf.de/theatermuseum/

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