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Ausstellung in der Halle Werft 77 im Reisholzer Hafen

Holthausen : Das gekonnte Spiel mit der Realität

Xénia Imrová, Jörg Paul Janka, Julia Kernbach und Christian Konrad präsentieren noch bis morgen ihre Kunst in der Ausstellungshalle Werft 77 im Artport von Kunst im Hafen. „Folgen der Gelegenheit“ lautet der Titel der Ausstellung, die vor allem Fotografien und Videos zeigt.

Am Wiener Flughafen lernte Wulf Aschenborn, Künstler bei „Kunst im Hafen“, Janka kennen und schätzen und lud ihn mit seinen Werken nach Düsseldorf ein.

Ein ehemaliges Ladenlokal in Bratislava nutzte Jörg-Paul Janka für eine aufwändige 3-D-Produktion, bei der der Betrachter wie vor einem virtuellen Labyrinth steht. Das Haus erinnert mit seiner im Jugendstil verhafteten Prächtigkeit an das Kaufhaus in Görlitz, in dem der Film „Grand Budapest Hotel“ gedreht wurde.

Janka studierte an der Kunstakademie Düsseldorf in der Fotoklasse von Bernd und Hilla Becher und zudem bei Vilém Flusser an der Ruhr-Universität Bochum Kommunikation und Fotografie. Bei der Ausstellung im Hafen zeigt Janka hintergründige Plastiken, wie ein Dixi-Klo auf dem Scheiterhaufen oder eine hölzerne Werbetafel ohne Werbebotschaft.

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Auf einem Video von Xénia Imrová glaubt man, in einem Bus zu sitzen und eine südeuropäische Landschaft vorbeiziehen zu sehen. Langsam entwickeln sich beim Betrachter Irritationen, denn die Landschaftsausschnitte wiederholen sich in mehreren Spiegeln und scheinen nicht zu denen zu passen, die man aus dem Fenster erblickt. Zum Schluss wird offenkundig, dass der Blick aus dem Busfenster eine Täuschung ist; die Bilder sind auf einem Fernseher in einer Bar zu sehen. Wie bei Platons Höhlengleichnis, allerdings werden die Schatten in Videobilder transformiert, wird der Frage nachgegangen, ob das, was wir sehen, von der Realität gedeckt ist und zudem Erkenntnisgewinn verspricht.

Julia Kernbach, Meisterschülerin bei Thomas Ruff, kontrastiert auf einzelnen Arbeiten scherenschnittartige Pflanzensilhouetten mit Flächen grauer Teppichböden, deren Textur ein wenig an das Schwarz-Weiß-Grisseln alter TV-Geräte erinnert. Mit düsteren Doppelbelichtungen kreiert Christian Konrad Szenarien wie aus Psycho-Krimis. Die Ausstellung ist bis Sonntag zu sehen.