Ausstellung in der Galerie von Hans Strelow

Ölgemälde von Jürgen Meyer : Große Abstraktion in kleinen Formaten

Der Galerist Hans Strelow entdeckt den Maler Jürgen Meyer wieder. Erstmals präsentierte er dessen Arbeiten im Jahr 1983 in seiner Galerie.

Hans Strelow ist schon seit bald 50 Jahren im Geschäft, und wenn man ihm zuhört, wünscht man sich, er möge bald eine Autobiografie vorlegen. Seit 1971 führt Strelow seine Galerie, und weil er umtriebig ist und der Kunstbetrieb Netzwerkern liegt, hat er einiges zu erzählen. So ergibt denn auch eines das andere, wenn er über seine aktuelle Ausstellung spricht. Bald ist er bei Beuys, der Documenta, New York.

Strelow, Jahrgang 1940, zeigt zurzeit Arbeiten des Malers Jürgen Meyer. Den lernte er einst über Immendorff, Palermo und Knoebel kennen, erzählt der Galerist, alles Schüler von Joseph Beuys. „Der Meyer auch.“ Von 1967 bis 1972 studierte Meyer bei Beuys und Erwin Heerich an der Kunstakademie. 1983 stellte er erstmals bei Strelow aus – nun wieder einmal.

30 bronzefarbene, grüne, vor allem aber violette Bilder sind bei Strelow zu sehen. Große Abstraktion in kleinen Formaten. Die allesamt titellosen Bilder sind größtenteils erst in diesem Jahr entstanden, und was man gleich bemerkt: Am Farbauftrag sparte der Künstler nicht. Das Violett nimmt man zuweilen als Schwarz wahr, die Arbeiten kommen einem buchstäblich entgegen, so sehr wurde Schicht um Schicht übermalt. Meyers Bilder nehmen die Bewegung ihrer Entstehung mit auf. Der Künstler bearbeitet die auf dem Boden liegenden Leinwände intensiv. „Er meditiert darüber“, sagt Strelow – bis sich Wirbel, Schleier und kreisrunde Gebilde ergeben. Anschließend muss die Ölfarbe auf der liegenden Leinwand über Wochen trocknen. Würde man sie zu früh aufstellen, die Farbe würde verlaufen.

Ganz neu sind einige Arbeiten ganz in Grün, die jüngst entstanden sind. Die Kunstwerke schließen an Meyers monochrome, gleichfalls grüne Bilder an, die er 1992 bei der Documenta zeigte. Zuvor wurden seine Arbeiten bereits in New York und Paris ausgestellt. „Die Franzosen flogen auf seine Kunst“, erinnert sich Strelow.

Nach der Documenta widmete sich Meyer der Lehre, war Professor in Braunschweig und Kassel, lehrte in Offenbach, stellte hier und da aus, produzierte weniger. Der Kunstmarkt indes verlange ständige Präsenz, sagt Strelow. „Sie müssen liefern, liefern, liefern. Aber so ist der Meyer nicht.“ Als zögerlich, zurückhaltend beschreibt er den Künstler. „Er ist ein Mensch, der aus seiner Tiefe schöpft.“

Längst lebt und arbeitet Jürgen Meyer, inzwischen 74 Jahre alt, wieder in Düsseldorf. Seit 2013 hat ihn Strelow dreimal ausgestellt. Ob es weitergeht? Strelow hebt die Schultern. Abwarten. Meyer machen lassen.

Info Der Galerie Hans Strelow, Luegplatz 3, ist nach den Feiertagen ab dem 7. Januar geöffnet: dienstags bis freitags, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr, samstags von 10 bis 13.30 Uhr. Ausstellungsdauer: bis 30. Januar.