Arbeitsplätze für Künstler in Düsseldorf: Weitere Pläne für Werkkunsthaus

Arbeitsplätze für Künstler : Große Lösung für Werkkunsthaus?

Auch der Verein Düsseldorfer Künstler arbeitet an einem umfassenden Konzept.

In die Diskussion um die Errichtung eines Werkkunsthauses in Düsseldorf kommt Bewegung. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Clara Gerlach, hatte im Interview mit unserer Redaktion gefordert, die Arbeitsbedingungen für Künstler zu verbessern. Nach Berliner Vorbild sollten Werkstätten für Druck, Medien und Bildhauerkunst eingerichtet werden.

Der Verein Düsseldorfer Künstler ist deswegen bereits seit eineinhalb Jahren aktiv. Nach Auskunft von Michael Kortländer vom Vorstand des Vereins haben sich auch FDP, CDU und SPD positiv zu dem Projekt geäußert. Cornelia Mohrs, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sagte: „Wir begrüßen das Vorhaben ausdrücklich.“ Der Verein habe „eine interessante Zukunftsvision“ präsentiert, die es „wert ist, geprüft zu werden“. Isabel Pfeiffer-Poensgen, NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, kennt die Pläne, sie sollen demnächst bei einem Treffen mit Kortländer und seiner Vorstandskollegin Edith Oellers vertieft werden. Zurzeit entwickelt der Verein einen Fragebogen, der den Bedarf von Künstlern ermittelt.

„Wir möchten Künstlern in NRW bessere Arbeitsbedingungen bieten“, sagt Kortländer, der selbst Maler und Bildhauer ist und die jährliche „Grosse Kunstausstellung NRW Düsseldorf“ im Kunstpalast leitet. Ob das leerstehende Gebäude des Albrecht-Dürer-Berufskollegs am Fürstenwall der ideale Ort für ein Werkkunsthaus ist oder eher ein Neubau, werde sich zeigen. „Wir sichten unterschiedliche Standorte und interessieren uns auch für leerstehende Handwerksbetriebe“, so Kortländer. Zudem müsse nicht alles an einem Ort verwirklicht werden – und nicht allein in Düsseldorf. „Neuss, Meerbusch und Ratingen sind auch Optionen.“

Kortländer und seine Vereinskollegen stellen sich angegliedert an die Werkstätten eine Künstlerpension und ein Café vor, und sie denken an Kooperationen mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer. „Wenn Auszubildende in unseren Werkstätten Fertigkeiten erlernen, mit denen sie sonst nicht in Berührung kommen, profitieren beide Seiten“, sagt Kortländer.

Finanzieren sollen das Ganze das Land NRW und die Stadt Düsseldorf. In Berlin kommt der Zuschuss zu 85 Prozent von der öffentlichen Hand, der Anteil der Einnahmen, etwa durch die Miete von Werkstattzeiten, liegt bei 15 Prozent.

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