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Tonhalle in Düsseldorf: Anke Engelke begeistert Kinder für Klassik

Tonhalle in Düsseldorf : Anke Engelke begeistert Kinder für Klassik

Die Sitzordnung eines Orchesters ist einfach zu verstehen, meint Anke Engelke (47): "Alle, die irgendwo reintröten, die sitzen ganz hinten." Diese und andere erfrischende Erkenntnisse über klassische Musik hat die Entertainerin gestern und am Sonntag in der Tonhalle staunenden Grundschul-Kindern vermittelt.

Die Sitzordnung eines Orchesters ist einfach zu verstehen, meint Anke Engelke (47): "Alle, die irgendwo reintröten, die sitzen ganz hinten." Diese und andere erfrischende Erkenntnisse über klassische Musik hat die Entertainerin gestern und am Sonntag in der Tonhalle staunenden Grundschul-Kindern vermittelt.

Als Sprecherin führte sie gemeinsam mit den Düsseldorfer Symphonikern den bekanntesten Klassiker der Kinderklassik auf: "Peter und der Wolf" von Sergei Prokofjew. Oder, wie Engelke für die jungen Zuschauer zusammenfasste: "Die Geschichte von einem Jungen, seinem Oppa und ganz vielen Tieren." Oppa spricht Engelke mit Doppel-P, schließlich kommt sie aus der Nähe von Köln.

Engelke hatte über die Wohltätigkeitsorganisation Aktion Medior den Kontakt mit der Tonhalle und Dirigent Martin Fratz aufgebaut, mit dem sie das nur in Düsseldorf aufgeführte Konzert entwickelte. Beide Vorstellungen waren ausverkauft.

Sie hofft, mit der Kombination aus dem Orchesterstück und ihrer lustigen Moderation den Kindern einen ungezwungenen Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. "Es ist entsetzlich, wenn Kinder die Musik nur in trockenem Schulunterricht kennenlernen", findet Engelke. "Da sollten wir mehr wollen." Sie hofft, dass das Konzert für manche Kinder eine "Initiation" zur Beschäftigung mit Klassik war. Engelke, die spätestens seit ihrer Song-Contest-Moderation eher als Popliebhaberin bekannt ist, kann sich selbst für viele Arten von Musik begeistern und macht keine Unterschiede: "Es gibt überall viel Mist", lautet ihre lakonische Ansicht.

Engelke sprach in der Aufführung die Texte des Musikmärchens und erklärte zu Beginn des Konzerts den Kindern auf kurzweilige Art die verschiedenen Instrumente und ihre Beziehung zu den Tieren, die in dem Stück vorkommen.

So wurde die Aufführung auch zur kleinen Instrumentenkunde "Da hinten sitzt die Frederike, die hat eine Querflöte. Komm, halt sie mal hoch, Frederike!" Zwischen erwachsenen Zuhörern und Kindern im Publikum will Engelke keinen Unterschied machen. Bei Kindern müsse man Verständnis haben, dass sie manchmal andere Dinge entdecken, als man will, zum Beispiel die Automatik des Klappstuhls, auf dem sie sitzen. Sonst seien die Anforderungen auf der Bühne aber dieselben: "Man muss hinschauen und die Stimmung im Publikum spüren und dann darauf reagieren", sagt Anke Engelke. "Eigentlich ist das titti-einfach."

Sie will in die Tonhalle zurückkehren: Gestern wurde bereits über das nächste Gastspiel geredet, das frühestens im April 2014 stattfindet. Für längere Verhandlungen blieb keine Zeit — Engelke musste schnell weiter, abends war sie zu Gast bei Joko und Klaas in Berlin.

(RP/ila)