1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

Düsseldorf: Andreas Gursky sähe das NRW-Forum gern als Haus der Fotografie

Düsseldorf : Andreas Gursky sähe das NRW-Forum gern als Haus der Fotografie

Die Kommission, die darüber beraten soll, wer unter den verbliebenen acht Kandidaten der am besten geeignete für die Leitung des NRW-Forums ist, steckt in Terminschwierigkeiten. Der weltberühmte Düsseldorfer Fotografie-Künstler Andreas Gursky, so hieß es, habe keine Zeit.

Und da liegt die Vermutung nahe, dass er vielleicht auch keine Lust hat. Gursky erklärte uns jetzt, dass er sich zum Thema NRW-Forum erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern wolle. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe stellte unterdessen die Dinge schon einmal aus seiner Sicht dar. Demnach war Gursky daran interessiert, dass das NRW-Forum als reines Haus der Fotografie geführt werde. Die Stadt Düsseldorf will jedoch inzwischen am bisherigen, breiter angelegten Konzept des Ausstellungshauses festhalten. Es umfasst die Themen Medien, Fotografie, Mode, Werbung, Architektur und Design. Dieses Konzept soll so weiterentwickelt werden, dass die Institution stärker als bisher mit anderen Düsseldorfer Einrichtungen zusammenarbeitet - städtischen ebenso wie privaten. Der beste der acht in die letzte Bewerbungsrunde gelangten Kandidaten soll dieses Konzept von November an verwirklichen.

Die Kommission, welche die Wahl trifft und ihren Favoriten dem Stadtrat zur Bestätigung vorschlägt, besteht nach wie vor aus Gursky sowie aus Kulturdezernent Lohe, dem Leiter des Zürcher Museums für Gestaltung, Christian Brändle, der Düsseldorfer Videokunst-Sammlerin Julia Stoschek und dem Düsseldorfer Fachhochschul-Professor Rainer Zimmermann. Die Stadt will das Museum im nächsten Jahr mit 750 000 Euro für die Betriebskosten unterstützen. Darüber hinaus soll es einen Zuschuss für die Ausstellungen vom Sommer an geben. Früher, als sich das Land Nordrhein-Westfalen noch an der Finanzierung beteiligte, betrug der Etat 1,2 Millionen Euro. Ob NRW gewillt ist, wieder mitzumachen? Angesichts der Haushaltssperre des Landes hat der Düsseldorfer Kulturdezernent in dieser Hinsicht keine großen Hoffnungen. Im Übrigen sieht er das NRW-Forum, das schon einmal totgesagt war, auf einem guten Weg in eine neue Zukunft.

Bis zum Sommer 2015 ist das Programm des Hauses ohnehin gesichert, unter anderem durch das "Düsseldorf Photo Weekend" im Januar nächsten Jahres.

(RP)