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Fünf Meter hohe Stahlfigur: Anatols "Wächter": Ein Kunstwerk für die Polizei

Fünf Meter hohe Stahlfigur : Anatols "Wächter": Ein Kunstwerk für die Polizei

Eine Lanze in der Rechten, ein Schild vor der Brust und ein Helm auf dem Kopf – so steht der "Wächter" seit kurzem auf dem Gelände des Landesamtes für Aus- und Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) in Selm-Bork (Kreis Unna).

Eine Lanze in der Rechten, ein Schild vor der Brust und ein Helm auf dem Kopf — so steht der "Wächter" seit kurzem auf dem Gelände des Landesamtes für Aus- und Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) in Selm-Bork (Kreis Unna).

Die rund fünf Meter hohe und eine Tonne schwere Stahlfigur ist ein Werk des Düsseldorfer Künstlers und früheren Beuys-Schülers Anatol. Und sie ist das erste Mahnmal für die im Dienst gestorbenen Polizisten in Nordrhein-Westfalen. Heute wird das Kunstwerk seiner Bestimmung übergeben — einen Tag nach dem elften Jahrestag der Ermordung von drei Polizisten durch einen 31-Jährigen in Dortmund und Waltrop.

"Der Wächter ist eine Gedenkstätte der Polizei für die Polizei", sagt der Vorsitzende der Polizei-Stiftung NRW, Diethelm Salomon. Über Spenden wurde das Geld für das Kunstwerk bei Kollegen und weiteren Unterstützern gesammelt. Im Januar 2010 traf sich Salomon erstmals mit Anatol. "Schon bei dem ersten Treffen hatte er eine Skizze für den ,Wächter' dabei", erinnert sich Salomon.

Anatol, bürgerlich Karl-Heinz Herzfeld, ist nicht nur anerkannter Künstler und Beuys-Schüler, er ist auch selbst Polizist gewesen. Nach seiner Ausbildung zum Kunstschmied trat er in den Polizeidienst ein — dort war er unter anderem als Verkehrserzieher tätig und zog mit der Düsseldorfer Verkehrspuppenbühne durch Kindergärten und Schulen. In den 1960er Jahren kam er dann in Kontakt mit der Gruppe um Beuys. Zwischen 1964 und 1972 war er Student an der Kunstakademie Düsseldorf.

Auf der Lanze eine Sonne

Trotz seiner künstlerischen Ader ist Anatol nach wie vor Polizist mit Leib und Seele — und war deshalb auch von der Idee des Mahnmals sofort begeistert. "Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken darüber, was die Polizei ist", sagt der 80-Jährige. Dabei übernehme sie eine wichtige Schiedsrichter- und Wächterfunktion. "Der Wächter kommt und nimmt die Angst", sagt der Künstler. Das wolle er mit seinem Kunstwerk zum Ausdruck bringen.

Von seinem Atelier auf der Museumsinsel Hombroich wurde der "Wächter" nach Selm gebracht. Dort steht die rostige Figur, die von fünf Findlingen aus der Eiszeit umringt ist, und auf deren rostiger Lanze eine Sonne aus Blattgold erstrahlt, nun vor dem so genannten Ethikraum. Dort beschäftigen sich Polizeibeamte mit Todesfällen im Dienst und mit wachsenden Belastungen im Einsatz der Polizei. Wenn sie aus dem Ethikraum kommen, laufen sie direkt auf den "Wächter" zu.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ein "Wächter" für die Wachtmeister

(dapd)