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AH Schult präsentiert Skulptur "Der Wertgigant" vor dem Landtag in Düssedorf

„Wertgigant“ aus Fernsehern, Staubsaugern und Co. : Riesige Elektroschrott-Skulptur steht vor dem NRW-Landtag

Großer Bahnhof für eine Plastik aus Elektroschrott: Der Künstler HA Schult präsentiert seinen Riesen aus Elektroschrott vor dem Landtag. Das ist die Botschaft der 2,8 Tonnen schweren Skulptur.

HA Schult ist mit seinen 82 Jahren kein bisschen leise. Er liebt das Spektakel und spielt gern den Schreihals. So auch am Dienstagmorgen vor dem Düsseldorfer Landtag, als er im Beisein von Landtagspräsident André Kuper das einstige „Ruß-Land NRW“ wachrütteln wollte. „Unser Planet ist nur geleast“, verkündete er nicht nur live, sondern auch aus seiner riesigen Schrottplastik heraus. Sein „Wertgigant“, den er mit seinem Team aus unzähligen Laptops, Staubsaugern, Fernsehgeräten und sonstigem Elektroschrott gebastelt hatte, soll jedermann zur Umkehr bringen. „Werft den Schrott nicht weg, sondern repariert ihn“, ist seine Botschaft. Der Riese mit seinen Siebenmeilenstiefeln und seinen 2,8 Tonnen Gewicht macht bis Samstag am Landtag Station und fährt anschließend nach Berlin.

 Prominenz vor dem sechs-Meter-großen Schrottmann: Thilo Dröge (v.li.), AH Schult und Landtagspräsident André Kuper (CDU).
Prominenz vor dem sechs-Meter-großen Schrottmann: Thilo Dröge (v.li.), AH Schult und Landtagspräsident André Kuper (CDU). Foto: Endermann, Andreas (end)

Der Globetrotter Schult, der schon den Markusplatz in Venedig mit 360.000 Zeitungen zum visuellen Ereignis gemacht hatte, indem er das Publikum über bergeweise Papier stiefeln ließ, und dessen Trash People aus Cola-Dosen 1986 über die Chinesische Mauer marschierten, begnügt sich diesmal mit einer einzigen Kolossalfigur. Als perfekter Müllverwertungskünstler pflegt er das Material den Müllhändlern abzukaufen, zusammenzuschrauben und zu kleben. Anschließend verpasst er ihm seine Stimme, die den Zuhörern und Zuschauern den „pfleglichen Umgang mit dem Planeten“ predigt. Er jedenfalls gebe den Abfall dem Kreislauf zurück.

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Nicht immer standen die Claqueure vor seinem Werk, in Düsseldorf zumindest nicht. Dort brachte ihm die Aktion „Rheingeist“ 1996 sogar ein dickes Bußgeld ein. Er hatte aus 80 weiß lackierten, aber entkernten Autos einen „Stau“ an der Rheinuferstraße arrangiert, der nachts von Rowdies mit Öl übergossen wurde. Daraufhin wurden nicht die Rowdies, sondern er als Urheber der Kunst des Umwelt-Frevels beschuldigt, was ihn noch heute ärgert. Diesmal aber wird die berittene Polizei vor dem Landtag dafür sorgen, dass seine aktuelle Schrottkunst heil über die Runden kommt.

HA Schult sieht sich in guter Gesellschaft mit Künstlern der Avantgarde wie Schwitters und Arman, nur produziere er keine Bilder für die Wand, sondern „das Bild im Leben“. Wie allen Großen der Welt gelingt es ihm dabei sogar, aus Müll Geld zu machen. So verkaufte er 1974 für einen sechsstelligen Betrag den Müll von Franz Beckenbauer, der gerade Fußballweltmeister geworden war, ans Museum. Da sich unterm Müll auch eine Käseverpackung der Marke Rambol befand, die die Beckenbauers nicht aßen, unkten die Kunsthistoriker, dies könne nur der Abfall vom Hausmeister sein, was dem Müll die kaiserliche Note nahm. In Düsseldorf stellte sich der Geldgeber seines Projekts, Thilo Dröge, gleich neben den Landtagspräsidenten André Kuper. Finanziers sind gleichrangig mit Politikern, so die klare Vorstellung des kunstvollen Schrotthändlers.