Düsseldorf: 25 Jahre, 25 Museen, 25 Künstler

Düsseldorf : 25 Jahre, 25 Museen, 25 Künstler

Seit 25 Jahren gibt es die Kunststiftung NRW. Zu ihrem Jubiläum gönnte sie sich eine besondere Aktion im Sinn des Stiftungsprogramms. Drei Mal die Zahl 25, in unterschiedlicher Bedeutung. In 25 Museen des Landes trafen 25 Künstler auf deren Sammlungen und entwickelten aus der Begegnung jeweils ein neues Kunstwerk. Dieses "Porträt" einer jeden Institution ging dann über in deren Besitz.

So trifft man in dem Katalog des Projekts auf Museen, die nicht jeder kennt. Das "Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren" etwa. Dort hatte der amerikanische Künstler Sam Lewitt eine Abbildung der Publikation "Verbrannte Erde" entdeckt. Die Denkschrift aus dem Jahr 1949 dokumentiert in Schwarz-Weiß-Fotografien das Ausmaß der kriegsbedingten Zerstörung der Kreise Düren und Jülich. Lewitt übernahm Titel und Format dieser Publikation und fügte den Untertitel "Second Salvage" hinzu. Sein Objekt besteht aus zehn buchgroßen Platten eingeschmolzener Memory Pins von Computern.

Bei der Vorstellung des Katalogs "25/25/25", der ab heute erhältlich ist, sprach Barbara Könches von der Kunststiftung über die anfängliche Skepsis mancher Museumsleiter: "Nicht jeder wollte sich so einfach im Hoheitsgebiet der eigenen Sammlung angreifen lassen." Schließlich klappte es aber besser als erwartet: "Die eine oder andere Liebesheirat zwischen Künstler und Museum haben wir erleben dürfen."

Von den Künstlern kam keiner aus NRW. Das war Absicht. "Wir wollten die großartigen Sammlungen unserer Museen auf diesem Weg über das Land hinaus bekannt machen", so Barbara Könches. Das Thema Sammlung war auch bestimmend bei dem Gespräch im Schmela-Haus. Beklagt wurde, dass sich die öffentliche Hand und private Förderer beinahe ausschließlich an dem Erfolg von Wechselausstellungen orientieren. Für Beat Wismer, Leiter des Museums Kunstpalast, ist das fehlende Interesse an Sammlungen nur radikal lösbar: "In meinem idealen Museum muss der Besucher zunächst durch die Sammlung, dann erst darf er in die Ausstellung und ins Café gehen."

(RP)
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