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Mehr Effizienz für Museen, Oper und Co.: Kultur soll wirtschaftlich werden

Mehr Effizienz für Museen, Oper und Co. : Kultur soll wirtschaftlich werden

Nachdem Unternehmensberater dem Museum Kunstpalast einen zu laxen Umgang mit Geld vorgeworfen hatte, kündigte der kaufmännische Direktor den Rücktritt an. Nun wird ein neuer gesucht. CDU/FDP wollen andere öffentliche Einrichtungen nach ähnlichem Muster prüfen lassen.

Die Mehrheit im Rat aus CDU und FDP ist offenbar fest entschlossen, sämtliche Kultureinrichtungen der Stadt, aber auch andere öffentliche Betriebe und auch Behörden auf Effizienz untersuchen zu lassen. Das wolle man möglichst bald und gemeinsam mit den Mitarbeitern machen, sagten gestern die Bürgermeister Friedrich Conzen (CDU) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP).

Anlass: Die Stadt wird im laufenden Jahr 150 Millionen Euro weniger an Gewerbesteuer einnehmen als geplant, will aber ihre Schuldenfreiheit erhalten. Es bestehe keinesfalls die Absicht, Gelder zu streichen, hieß es. Aber man wolle Abläufe und Ausgaben, die nicht effizient oder überflüssig seien, herausfinden und so unnötiges Geldausgeben vermeiden.

OB Dirk Elbers hat bereits vor Monaten entsprechende Vorschläge gemacht und fühlt sich jetzt bestätigt, nachdem Unternehmensberater der Boston Consulting Group das Museum Kunst Palast unter die Lupe genommen hatten. Sie fanden offenbar eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Geld sinnvoller auszugeben und vor allem das seit Jahren auftretende Defizit von 2,5 Millionen Euro pro Jahr zu vermeiden.

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Wenige Tage nach Bekanntwerden der Zahlen erklärte der Kaufmännische Direkter des Museums, Carl Grouwet, Ende Oktober zurücktreten zu wollen. Nun sucht man für ihn Ersatz. Dass er nicht weitermachen will, wird von der Politik keineswegs negativ gesehen - im Gegenteil: Weil er das monierte Verhalten der letzten Jahren mit zu verantworten habe, wäre es wohl besser, einen Neuanfang mit einem neuen kaufmännischen Direktor anzugehen, sagte ein Kulturpolitiker.

Zudem galt das Verhältnis Grouwerts zum künstlerischen Museums-Chef Beat Wismer als schwierig. Auch auf andere Kulturinstitute der Stadt kommen ähnliche Prüfungen zu: Egal, ob Heine-Institut, Film-Museum, Stadt-Museum, Hetjens- oder Goethe-Museum: Die Strukturen seien in Teilen verkrustet, vieles werde doppelt und dreifach gemacht, obwohl man es auch zentral managen könnte. Die meisten dieser Häuser hätten ihren eigenen Verwaltungsüberbau - und sowohl Elbers wie auch seine Partner bei der FDP sehen das große Potenzial, Geld einzusparen, ohne die Qualität des Gesamtprodukts "Kultur in Düsseldorf" zu gefährden.

Vorrangig werde man sich bald Abläufe und Prozesse in der Oper anschauen, heißt es aus der Umgebung des OB-Büros. Dies drängt vor allem, weil Partnerstadt Duisburg finanziell schwächelt und ihr Engagement stark zurückfahren muss. Elbers betonte gestern nochmals, auch im Rathaus nach und nach die Abteilungen prüfen zu lassen. Das habe in einigen Bereichen auch schon begonnen, sagte der Oberbürgermeister.
Conzen sieht auch bei der Weiterbildung die Möglichkeit, besser zu wirtschaften. "Volkshochschule, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, ASG — sie alle bieten zum Teil übereinstimmende Kurse an. Muss das denn sein? Könnte man das nicht ein wenig straffen?" fragt Conzen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Andrang bei der Gursky-Ausstellung

(ahem)