Nachruf Ein Meister der Skulpturen aus Stein

Düsseldorf · Der Gerresheimer Künstler Bernd Bodechtel ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Bildhauer genoss über die Grenzen von Düsseldorf hinaus ein hohes Ansehen.

 Bernd Bodechtel mit den Humboldt-Köpfen

Bernd Bodechtel mit den Humboldt-Köpfen

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Der Bildhauer Bernd Bodechtel ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Seit Ende der 1950er Jahre lebte und wirkte der bei Dresden geborene Künstler in Düsseldorf. Als gelernter Steinbildhauer war er vor allem Autodidakt. Nach der Meisterschule 1970/71 studierte Bernd Bodechtel bei Professorin Beate Schiff an der Kunstakademie. Bekannt wurde er unter seinem Künstlernamen BeBo. Er arbeitete bevorzugt in Stein, war dankbar für seine Gabe, aus dem Naturmaterial Kunstwerke zu erschaffen. Über mehrere Jahrzehnte führte er ein Atelier und ein Studio in Gerresheim.

Aufmerksamkeit wurde ihm auch außerhalb von Düsseldorf zuteil. Bernd Bodechtel beteiligte sich auf Einladung an verschiedenen Symposien im In- und Ausland, darunter „Lapidea“ im Lehmbruck-Museum Duisburg, „Tengemenge“ in Afrika. Auch beim deutsch-polnischen Kulturaustausch war er aktiv. Ausstellungen führten ihn nach Berlin, Bonn, Göttingen und Amsterdam. Regelmäßig zeigte BeBo seine Werke bei den Jahresausstellungen des Kulturkreises Gerresheim.

Bezeichnend und typisch für seine künstlerische Handschrift waren seine pfeilerartigen Figur-Skulpturen. Nach vorherigen Skizzen wurden sie in Ton modelliert und direkt in den Stein gehauen. Auf diese Weise entstanden Köpfe von Willy Brandt (1999), Gustaf Gründgens (2001, heute Theatermuseum Düsseldorf) oder Aloys Odenthal (2004, Polizeipräsidium Düsseldorf). Für die Eurega im Neanderthal schuf er das „Gehirn“, eine Skulptur von neun Tonnen Gewicht. Verschiedene Werke von Bernd Bodechtel sind im öffentlichen Raum in Düsseldorf zu sehen: der Weltbrunnen im Garten der Basilika in Gerresheim, das sanierte Ehrengrab von Maximilian Friedrich Weyhe auf dem Golzheimer Friedhof. Seine letzten großen Arbeiten, „Skulpturen im Raum“, stellte er im Park von Haus Unterbach aus. Als er eines Tages in einen Privatgarten gerufen wurde, um zwei Fundstücke zu analysieren, fand er nach Recherchen heraus, dass es sich um die Köpfe der Brüder Humboldt handelte. Nach der Restaurierung durch Bodechtel schmücken sie nun den Pforte des Humboldt-Gymnasiums.

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