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Düsseldorf: Künstler beleben das Bahnhofsviertel

Düsseldorf : Künstler beleben das Bahnhofsviertel

Ein Projekt befasst sich im Sommer mit dem Quartier und den Bewohnern. Ein Teil sind spektakuläre Vorhaben im öffentlichen Raum.

Das Bahnhofsviertel steht kurz davor, sein Gesicht zu verändern - nun wird das Quartier auch zum Gegenstand des größten Kunstprojekts im öffentlichen Raum, das in diesem Jahr ansteht: Verschiedene Künstler befassen sich im Sommer mit dem Ort und seinen Bewohnern. Es gibt Führungen, Theater und Filme. Das Projekt mit dem Titel "Von fremden Ländern in eigenen Städten" umfasst auch spektakuläre künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, die auch Passanten auffallen werden. "Sie sind das permanente Gesicht im Stadtraum", sagt Markus Ambach, der Initiator. Los geht es am 2. Juni, das Programm läuft bis Ende September.

Katharina Sieverding wird einen 200 Meter langen Bildervries an der Fassade der Alten Paketpost gestalten, also dem Gebäude, in dem sich unter anderem die Schauspielhaus-Spielstätte "Central" befindet. Jan Hoeft platziert eine überdimensionale Faust in Richtung Mintropplatz. Und Manuel Graf projiziert arabische Muster auf die Hochhäuser an der Bahnhofs-Rückseite, dem Bertha-von-Suttner-Platz.

 Das Literaturbüro wird Lesungen an verschiedenen Orten ausrichten, unter anderem im Afro-Shop von Jacques Mayo (links), hier mit Autor Frank Schablewski und Maren Jungclaus (Literaturbüro).
Das Literaturbüro wird Lesungen an verschiedenen Orten ausrichten, unter anderem im Afro-Shop von Jacques Mayo (links), hier mit Autor Frank Schablewski und Maren Jungclaus (Literaturbüro). Foto: Markus Ambach
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Markus Ambach sieht das Kunstprojekt als Teil des Veränderungsprozesses, der rund um den Hauptbahnhof in diesem Jahr sichtbar wird: Mehrere große Bauprojekte sollen bald starten, darunter das Wohnquartier "Grand Central" auf dem Postgelände an der Erkrather Straße. Für den Bahnhofsvorplatz läuft derweil ein Ideenwettbewerb, das dortige Postgebäude wird als künftiger Sitz der Zentralbibliothek umgebaut. "Wir können durch einen künstlerischen Blickwinkel zeigen, was machbar ist", sagt Ambach.

Zugleich wollen die Künstler eine Öffentlichkeit dafür schaffen, was und wer heute schon für das Viertel steht. "Wir weisen auf Dinge hin, die wichtig sind", sagt Ambach. Es gibt Stadtführungen zu verschiedenen Themen, unter anderem mit Dirk Sauerborn, der bei der Polizei für den Kontakt zu den muslimischen Gemeinden zuständig ist, dazu viele Projekte mit lokalen Akteuren, von der Bahnhofsmission bis zum Zigarrenhaus Linzbach. Zudem sind die ansässigen Kulturakteure von Tanzhaus bis FFT und von der Bibliothek bis zum Schauspielhaus als Kooperationspartner dabei. Sogar der Nachtclub "Solid Gold" an der Mitropstraße ist dabei - dort gibt es ein Projekt zum Pole Dance als Kulturtechnik.

Das Projekt ist finanziell das Größte in der freien Szene in diesem Jahr: Die Stadt gibt 120.000 Euro, dazu kommen 180.000 Euro von der Kunststiftung NRW und 50.000 Euro vom Landes-Kulturministerium.

(arl)