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Hetjens-Museum: Wie sich Bildhauer, Maler und Designer in Porzellan verewigten: Künstler bei Rosenthal

Hetjens-Museum: Wie sich Bildhauer, Maler und Designer in Porzellan verewigten : Künstler bei Rosenthal

Düsseldorf (dto). Wie vielfältig das künstlerische Schaffen von Bildhauern, Malern und Designern mit Porzellan war, das zeigt das Hetjens-Museum. Dort sind derzeit Arbeiten von Lucio Fontana, Henry Moore, Victor Vasarely und Niki de Saint Phalle zu sehen. Auch die Düsseldorfer Otto Piene und Günther Uecker setzten ihr künstlerisches Schaffen in Porzellan um. Sie entwarfen speziell für die Manufaktur Rosenthal "Kunstwerke in Porzellan". Rund 40 dieser Objekte präsentiert das Hetjens-Museum/Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, vom 7. Oktober bis 30. Januar in der Ausstellung "Künstler bei Rosenthal".

Seit vielen Jahren arbeitet das 1879 gegründete Unternehmen Rosenthal mit namhaften Künstlern zusammen. Schon Firmengründer Philipp Rosenthal engagierte freischaffende Künstler, die Figuren, Geschirr und Dekor entwarfen. Die erste Kunstabteilung wurde 1910 gegründet. Den konsequenten Weg zur freien Kunst fand dann Philip Rosenthal jun. (1916-2001) in den 60er-Jahren in Zusammenarbeit mit Arnold Bode (1900-1977), Professor der Kunsthochschule in Kassel und Initiator der documenta.

Bodes Idee von zeitgenössischen Bildhauerarbeiten in höherer Auflage führte zu Überlegungen, mit dem Material Porzellan zu experimentieren. In Philip Rosenthal fand Bode einen aufgeschlossenen und kreativen Partner. Beide sahen in der Zusammenarbeit Vorteile: Arnold Bode und die beteiligten Künstler strebten die Vervielfältigung und den Verkauf ihrer Kunst an.

Philip Rosenthal erwartete darüber hinaus eine "Renaissance der Porzellan-Skulptur". Es war ein entscheidender Schritt, Porzellan als anspruchsvollem Werkstoff - auch in Künstlerkreisen - zur Wiederentdeckung zu verhelfen. Bode forderte interessierte Künstler - nicht nur Bildhauer - auf, Reliefs zu entwerfen. Anlässlich der documenta III (1964) entstanden die ersten vier Exemplare, wovon drei in limitierter Auflage bei Rosenthal hergestellt wurden.

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Die ersten Künstler, die an diesem Projekt teilnahmen, waren Etienne Hajdu, Victor Vasarely, Fritz König und Ben Nicholson. Im Produktionsprozess galt es allerdings, einige technische Schwierigkeiten zu überwinden. Das größte Problem bestand in der Schrumpfung des Porzellans beim Brand um etwa ein Sechstel bis ein Siebtel.

In Zusammenarbeit mit den Experten von Rosenthal mussten Wege der technischen Umsetzung gefunden werden, die dem künstlerischen Anspruch genügten. 1968 konzipierte Arnold Bode die Ausstellung "ars porcellana - rosenthal relief reihe", an der 22 internationale Künstler der Avantgarde teilnahmen. Diese Reihe erwies sich als Wegbereiter für die folgende Zusammenarbeit zwischen Rosenthal und freien Künstlern, zumal technische und handwerkliche Voraussetzungen nun hinreichend erprobt waren.

Heute bietet das Unternehmen Künstlerarbeiten unter dem Titel "Limitierte Kunstreihen" an. Bildhauer, Maler und Designer von Joannis Avramidis bis Carlo Zauli entwarfen Arbeiten für Rosenthal. Fontanas und Moores Suche nach abstrakten, freien Formen oder Pienes und Ueckers Experimente mit Licht und Dynamik spiegeln sich in den Arbeiten wider. Die Herausforderung für die Künstler bestand darin, sich auf ein neues Medium einzulassen, was sich zu einem gekonnten Spiel zwischen freier Gestaltung und materialbedingter Begrenzung entwickelte.

Die starke Ausdruckskraft, die sich sonst in Gemälden, Stein- und Bronzeskulpturen manifestiert, ist auch im Porzellan präsent. Die Ausstellung illustriert mit einer Auswahl von Reliefs - überwiegend aus den 60er-Jahren - und Skulpturen die Vielfalt der Arbeiten bis in die Gegenwart.

Objekte folgender Künstler sind zu sehen: Joannis Avramidis, Emil Cimiotti, Michael Croissant, Lucio Fontana, Ernst Fuchs, Etienne Hajdu, Otto Heribert Hajek, Karl Hartung, Bernhard Heiliger, Fritz König, Wilhelm Loth, Henry Moore, Marcello Morandini, Eva Renée Nele, Eduardo Paolozzi, Herbert Peters, Otto Piene, Günter Ferdinand Ris, Niki de Saint Phalle, Gustav Seitz, Salomé (Wolfgang Cilarz), Günther Uecker, Victor Vasarely, Tapio Wirkkala, Paul Wunderlich, Tom Wesselmann, Carlo Zauli.