Kritik an Islam-Unterricht in Düsseldorfer Kita

Religionserziehung in Düsseldorf : Hassmails an Pfarrer wegen Islam-Unterricht in Kita

An einer Düsseldorfer Kita soll ein Imam den Islam erklären. Dagegen gibt es Proteste – und teilweise persönliche Beleidigungen gegen die Initiatoren. Diese wollen dennoch am Projekt festhalten.

Nach der Präsentation eines neuen Projektes an der evangelischen Kindertagesstätte Steubenstraße, bei dem ein Imam an der religiösen Früherziehung mitwirken soll, sieht sich der beteiligte Pfarrer harschen Attacken ausgesetzt. Hartmut Wölk, der das Projekt mit initiiert hatte, sagte unserer Redaktion, er sei in Mails unter anderen als „Abtrünniger“ und „Antichrist“ beschimpft worden. Ihm und seinen Projektpartnern wurde vorgeworfen, „die Scharia (das islamische Recht) in Deutschland vorzubereiten“.

Es handelt sich bei dem Projekt um eine Zusammenarbeit der Diakonie, die Trägerin der Kita ist, und des Kreises der Düsseldorfer Muslime. Wölk sagte, ein Anlass sei gewesen, dass er selbst bei Fragen der Kinder über den Islam immer wieder an seine Wissensgrenzen gestoßen sei. „Der christliche Religionsunterricht bleibt unverändert, er wird lediglich ergänzt“, betont Wölk. Und weiter: „Wir haben mit Kritik gerechnet, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Trotzdem steht er hinter dem Projekt: „Gegenseitiges Verständnis muss im Kindesalter anfangen.“ Es gebe Menschen, die das nicht einsähen. „Auf solche Hassmails, wie ich sie bekommen habe, zu antworten, lohnt sich nicht“, sagt der Pfarrer. Die Leiterin der Kita habe bereits die Polizei informiert. Wölk hofft, dass es bei feindseligen Worten bleibt: „Am Ende leiden unter jeder Aktion doch vor allem die Kinder.“

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