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Düsseldorf: Kriminalstatistik empört den Polizei-Präsidenten

Düsseldorf : Kriminalstatistik empört den Polizei-Präsidenten

Laut Innenminister-Ranking ist Düsseldorf nach Frankfurt die gefährlichste Stadt Deutschland. Schenkelberg: "Unsinn!"

Polizeipräsident Herbert Schenkelberg hat empört auf eine Statistik zur Kriminalität der deutschen Großstädte reagiert. Danach steht Düsseldorf auf Platz zwei hinter Frankfurt und wäre damit eine der gefährlichsten Städte Deutschlands. Auf Platz drei steht Köln, Kommunen wie Duisburg und Dortmund kommen ähnlich schlecht weg. Schenkelberg will diese Einschätzung nicht einfach hinnehmen und bezeichnet diese Statistik als "blanken Unsinn". Sie beruhe auf einer Zahlen-Interpretation, die mit der Realität nichts zu tun habe.

Selbst Statistik-Wissenschaftler könnten nicht verstehen, warum die Innenminister-Konferenz sich auf diese Lesart verständigt habe. Das Problem: Die Statistik legt alle in der betreffenden Stadt registrierten Straftaten auf die Einwohner um und erstellt daraus ein Ranking. Düsseldorf liegt mit rund 14 000 Straftaten pro 100 000 Einwohner vergleichsweise hoch, noch ernster sieht die Lage in Frankfurt aus, ähnlich ist es in Köln. Was dieses Zahlenwerk jedoch nicht berücksichtigt, sind die besonderen und unterschiedlichen Bedingungen der einzelnen Städte.

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Die angeblich gefährlichsten Städte sind sich in diesen Problemen ähnlich: Sie haben internationale Flughäfen, große Messen, viele Touristen, verlockende Vergnügungsviertel, eine florierende Wirtschaft und täglich Hunderttausende Pendler. Sämtliche Straftaten jedoch, die von diesen Ortsfremden begangen werden, werden jedoch den Düsseldorfern selbst zugerechnet - und das ergebe ein völlig falsches Bild.

Wenn der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am Mittwoch - wie geplant - diese Zahlen so veröffentliche, dann präsentiere er ein Ranking, das nicht seriös ist, meint Herbert Schenkelberg. Klar werde das am Beispiel München: Die Stadt habe zwar 1,4 Millionen Einwohner, komme aber mit einer Rate von rund 6000 Straftaten auf 100 000 Einwohner vergleichsweise gut weg - obwohl auch sie einen Flughafen hat.

Der jedoch, rechnet Polizeipräsident Schenkelberg vor, liegt so weit weg von der Stadt München, dass die dort registrierten Straftaten nicht der bayrischen Metropole, sondern dem Landkreis zugerechnet werden, in dem der Flughafen liegt. Einerseits korrekt, andererseits eine weitere Verfälschung des Bildes der Kriminalitätsrate.

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(EW)