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Düsseldorf: Kreuz Kaarst: Sperrung bitter für Pendler

Düsseldorf : Kreuz Kaarst: Sperrung bitter für Pendler

Unternehmen in Düsseldorf, aber auch Einzelhändler fürchten die Folgen der Bauarbeiten. Erste Sperrungen gibt es ab heute. Ab Anfang Januar muss der Verkehr aus Richtung Krefeld nach Düsseldorf über Umleitungen fahren.

Die jetzt beginnende Teil-Sperrung des Kaarster Kreuzes wird für den Großraum Düsseldorf Folgen haben wie seinerzeit die komplette Schließung der A 40 im Ruhrgebiet. Ob es aber am Ende so glimpflich ausgeht, ist derzeit nicht absehbar, vor allem, weil man sich für den Start der teilweisen Sperrung ausgerechnet die verkehrsreichste Zeit des Jahres ausgesucht hat.

Auch in Düsseldorf schaut man mit Sorge auf diese Baustelle. Dass man die Verbindung A 57/A 52 aus Richtung Krefeld in Richtung Düsseldorf erst ab dem 4. Januar kappt, ist beim hiesigen Einzelhandel mit Erleichterung aufgenommen worden. Man hatte auf erhebliche Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft gefürchtet: Immerhin kommen Hunderttausende Kunden auf dieser Route. Wenn die Sperrung dann Anfang Januar tatsächlich kommt, fängt am Montag danach die Schule wieder an, der Verkehr wird also wieder stärker werden. Unternehmen in der Landeshauptstadt fürchten daher, dass sowohl ihre aus diesen Bereichen einpendelnden Mitarbeiter, aber auch Zulieferer und Kunden Probleme haben werden und mindestens zu spät kommen. Ein Pendler aus Kleve, der jeden Tag nach Düsseldorf-Heerdt fährt, berichtet jetzt schon von einer Fahrzeit von manchmal zwei Stunden aufgrund der Baustellen auf der A 57 und im Kreuz Kaarst.

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Es gibt zwar Umleitungen, aber sie werden aufgrund des enormen Verkehrsaufkommens an ihre Grenzen stoßen. A 44 Wer aus Richtung Krefeld nach Düsseldorf will, kann über die A 44 am Kreuz Meerbusch Richtung Düsseldorf/Flughafen über die Flughafenbrücke in die Stadt fahren. Aber spätestens am Nordstern wird er im Stau stehen, und die dann in die Stadt führende Danziger Straße (B 8) ist heute schon überlastet, weil dort der Pendlerverkehr aus Duisburg und anderen Revierstädten aufläuft. A 44 Richtung Mönchengladbach. Auch das ist möglich — man fährt ab dem Kreuz Meerbusch bis zum Kreuz Neersen und von dort wieder auf die A 52 Richtung Düsseldorf.

Ein großer Umweg, der im Kreuz Neersen ebenfalls für Probleme sorgen wird. Meerbusch Weil viele die A 57 über die Abfahrt Bovert verlassen werden, muss auf der Bundesstraße Richtung Büderich mit noch höherem Verkehrsaufkommen gerechnet werden. Dabei ist diese Route ab Haus Meer Richtung Düsseldorf eh schon täglich überlastet. Linksrheinische Stadtteile Wenn der Verkehr über Meerbusch fließt, kommt er über mehrere Routen in den Stadtteilen Heerdt, Lörick, Oberkassel und Niederkassel an. Die leiden schon jetzt unter dem allmorgendlichen Andrang.

Die Experten beurteilen die Auswirkungen der Baustelle unterschiedlich. Ulrich Biedendorf, (Geschäftsführer bei der Industrie- und Handelskammer, IHK) mag gar keine negativen Folgen sehen. Der Umbau sei notwendig, es gebe schließlich Umleitungen, und die Autofahrer würden sich schnell an die neuen Strecken gewöhnen, sagt er.

"Sehr unglückliches Timing"

Das sieht sein Kollege Rainer Gallus vom Einzelhandelsverband anders. Er bemängelt sie späte Information und meint, wenn man früher eingebunden gewesen wäre, hätte man auf die Termine Einfluss nehmen können. Es sei auf jeden Fall ein "sehr unglückliches Timing".

Das jedoch hat man auch bei der zuständigen Baubehörde erkannt. Straßen.NRW hat bereits die Sperrung des Verkehrs auf der A 57/A 52 Krefeld - Richtung Düsseldorf von Mitte Dezember auf Anfang Januar verschoben. Der zuständige Projektleiter Josef de Mülder: "Die Baufirmen arbeiten zwischen Weihnachten und Neujahr nicht. Wenn wir schon vorher abgesperrt hätten, wären wir zurecht in die Kritik geraten." Der gesamte Vorweihnachtsverkehr sei beeinträchtigt worden, das habe man den Leuten denn doch nicht zumuten wollen, sagt er.

Zudem bleibe die Verbindung ja erhalten: Wer aus Richtung Krefeld kommt und nach Düsseldorf will, kann künftig im Kreuz Kaarst auf die A 52 Richtung abbiegen und bis zur Abfahrt Kaarst-Nord fahren. Dort fährt er ab — und auf der anderen Seite wieder auf. Die Ausfahrt sei entsprechend vorbereitet.

(RP)