Kleingärten: Kredit fürs Buddeln

Kleingärten : Kredit fürs Buddeln

Damit die Kleingärtner die Kanalisation für die Lauben leichter zahlen können, stellt die Stadt drei Millionen an zinsgünstigen Krediten zur Verfügung. So soll der Umweltschutz unterstützt werden.

Am fehlenden Geld soll der Umweltschutz in Kleingärten nicht scheitern. Die Stadt stellt deshalb Darlehen von insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung, "damit die Gartenfreunde den Anschluss der Parzellen an die Kanalisation leichter finanzieren und ihre Verpflichtung erfüllen können, das Abwasser zu entsorgen", erklärte Umweltdezernentin Helga Stulgies.

Wegen der hohen finanziellen Belastungen hatten sich einige der 104 Mitgliedsvereine des Kleingarten-Stadtverbandes nicht in der Lage gesehen, neue Leitungen bauen.

Die Kanalisation war auf Wunsch des Stadtverbandes der Kleingärtner 2003 mit der Stadt beschlossen worden, bis Ende 2009 sollen alle Anlagen an das Netz angeschlossen sein, damit das schmutzige Wasser von Toiletten, Duschen oder vom Spülen nicht ins Erdreich geschüttet wird. Nach langen Verhandlungen war daraufhin zwischen Stadtverband und Stadtverwaltung ein Vertrag für ein Darlehen ausgehandelt worden, der gestern unterzeichnet wurde.

Zeit bis Ende 2009

"Hoffentlich ist das ein Ansporn für die Vereine, sich jetzt rasch um die Kanalisation zu kümmern", sagte Peter Vossen, Vorsitzender des Stadtverbandes der Kleingärtner. "30 der 104 Vereine haben sich bisher noch nicht gerührt", so der Vorsitzende. Für sie werde die Zeit nun knapp, um die Leitungen zu planen und Firmen zu beauftragen. Vossen hofft, dass sich die Vorteile der Kanalisation unter den Vereinen herumsprechen.

Bei 28 Vereinen seien die Leitungen bereits verlegt, "und die Gärtner sind sehr zufrieden", sagte Gerd Fischer, Vorsitzender des Vereins Gartenfreunde Bilk. In seiner Anlage wird wie in 37 weiteren gerade gearbeitet. Die Planung und den Anschluss an den Übergabepunkt in das städtische Netzt muss eine Fachfirma übernehmen, die Rohre von den Parzellen zur Hauptleitung können die Pächter auch selbst verlegen. Das wird dann billiger. Denn die Kosten sind hoch, je nach Größe der Anlage muss ein Gartenfreund mehr als 2000 Euro zahlen.

Familien haben es leichter

Aber die Investition zahlt sich nach Meinung von Vossen aus, weil vor allem Familien eine gut ausgestattete Laube mit Wasser brauchen, um die Freizeit genießen zu können: "Schmutziges Wasser beispielsweise nach dem Säubern eines Grills darf nicht einfach in den Boden gekippt werden, wir müssen die Umwelt schonen."

Darauf besteht auch die Stadt. "Wir werden darauf achten, dass bis Ende des Jahres zumindest die Aufträge für das Verlegen vergeben worden sind", sagte Stulgies. Sollte die Kanalisation nicht gebaut werden, "ist es denkbar, dass wir das Wasser in Lauben absperren", so die Dezernentin. Sie setzt aber auf die Einsicht der Gärtner und auf einvernehmliche Lösungen.

Das gilt auch für Problemfälle. So liegen Teile von vier Anlagen auf privatem Grund, und deren Eigentümer erlauben keinen Kanalanschluss, so Vossen. Als nächstes will die Stadt sich dann auch um die Vereine kümmern, die kein städtisches Land gepachtet haben, sondern auf Flächen beispielsweise der Bahn AG oder der Stadtwerke ihre Gärten haben.

Sie sind nicht Mitglied des Stadtverbandes und haben sich noch nicht zu einer Kanalisation verpflichtet. "Auch dieses Problem werden wir im Lauf der Zeit angehen, weil der Umweltschutz von allen Kleingärtnern gleichermaßen beachtet werden muss", erklärte Stulgies.

(RP)
Mehr von RP ONLINE