Düsseldorf: Kreative Lösungen für Taxi-Problem gesucht

Düsseldorf : Kreative Lösungen für Taxi-Problem gesucht

In der Silvesternacht fuhr kaum ein Taxi die Altstadt an. Das verärgerte die Besucher, die gerne nach Hause wollten. Für den Rest des Jahres aber wird der Ärger wieder bei denen aufkommen, die der ewige Taxi-Stau auf der Heine-Allee ausbremst.

Aus der Altstadt ein Phantasialand gemacht und den Parkplatz vergessen zu haben — das sieht der Chef der Taxi-Genossenschaft, Dennis Klusmeier, als Kardinalfehler der vergangenen Jahre und als Ursache des Dauerärgers um die von Taxen oft blockierte Heinrich-Heine-Allee. Und wahrscheinlich ist da auch etwas dran. Tausende kommen jedes Wochenende in die Altstadt, um zu feiern, und damit sie das gefahrlos tun können, ist diese weitgehend autofrei.

Aber wenn diese Menschen irgendwann nach Hause wollen, möchten sie nicht weit laufen müssen, sondern direkt an der längsten Theke der Welt ins Taxi steigen — am Burgplatz also und an der Heinrich-Heine-Allee. Kein Wunder also, dass es da immer wieder eng wird, zum Ärger der Autofahrer, der Anwohner und der Polizei, die Mühe hat, mit ihren Streifenwagen von der Hauptwache der Polizeiinspektion Mitte zum Einsatz zu fahren.

Taxifahrer, die ihren Platz in der Schlange zum Taxistand nicht einmal für ein Polizeiauto mit Martinshorn und Blaulicht räumen, sind, so hört man, keine Ausnahme. Für die Polizei wird die Stadt nun Abhilfe schaffen. Sie soll, das hat der Ordnungsdezernent der Rheinischen Post Anfang der Woche bestätigt, künftig den breiten Rad- und Gehweg benutzen, um an den Taxen vorbei zum Einsatz zu kommen. Die Straßenverkehrsordnung bei den Droschkenfahrern durchzusetzen — danach wäre die schraffierte Fläche vor der Wache freizuhalten — scheint nicht praktikabel.

Die Polizei hat nicht genügend Personal, um dieses zum Knöllchenschreiben für widerspenstige Taxler einzusetzen. Und weil die ja streng genommen nicht vor der Wache parken, sondern nur im, wenn auch selbst verursachten, Stau stehen, wäre so ein Strafzettel womöglich auch noch anfechtbar. Könnte ein spannender Rechtsstreit werden. Aber auch der wäre keine Lösung des eigentlichen Problems. Während nun der Polizei gewissermaßen rheinisch geholfen wird, bleibt der Taxiärger für alle übrigen Autofahrer.

Die Heinrich-Heine-Allee umzubauen, kommt aus städtischer Sicht nicht in Frage. Den breiten Grünstreifen für das Wochenendgeschäft der Taxis zu opfern, ist zu Recht keine Option. Die nächtliche Abfahrt des fröhlichen Partyvolks auf den Carlsplatz zu verlegen, wird dort vermutlich bei den Anwohnern nicht auf Gegenliebe stoßen. Bleibt also nur, mit dem begrenzten Platz am Marxhaus auszukommen. Am Flughafen funktioniert das auch, ohne dass die Straßen zu den Halteplätzen am Terminal ständig durch Taxis verstopft wären.

Dort gibt es keinen Taxistau, dafür aber einen zentralen Warteplatz, von dem aus die Aufsicht an den Terminals immer so viele Wagen nachordert, wie am Taxistand Platz haben. Und das könnte auch die Lösung für die Altstadt sein. Ein Warteplatz, etwa an der Fritz-Roeber-Straße, am Eiskellerberg oder Grabbeplatz, von dem aus die Anfahrt zum Taxistand geregelt wird, wäre zumindest für die Wochenendnächte eine Überlegung wert - gewissermaßen als Kurzzeit-Parkplatz fürs Phantasialand Altstadt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE