Streit um Sportvereine: Krach nervt unterschiedlich stark

Streit um Sportvereine : Krach nervt unterschiedlich stark

Krach ist nicht gleich Krach. Eine Hauptverkehrsstraße mit einem hohen, aber relativ gleichmäßigen Geräuschpegel kann Anwohnern weniger auf den Nerv gehen als die relativ gedämpften Aufprallgeräusche eines Tennisballs bei einem Match auf dem Platz.

Von dem Messwert Dezibel her gesehen ist das Ballgeräusch leiser als die laute Straße, aber die unregelmäßigen, nicht vorhersehbaren, kurzen und stoßartigen Töne, die beim Auftreffen auf dem Boden laut werden sind, nerven auf die Dauer. Impulslärm nennen Fachleute diesen Krach. Und der kann einen auf Dauer psychisch quälen.

Deshalb werden die Auswirkungen des Tennisspiels auch anders beurteilt als reiner Straßenlärm. Ähnliches gilt auch für Mannschaftssport wie Fußball oder Basketball. Plötzliche Torschreie, Anfeuerungsrufe oder Beifall lassen einen aufschrecken und werden daher als unangenehm empfunden.

Die Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz versucht das unterschiedliche Empfinden zu berücksichtigen und setzt dem Sportlärm engere Grenzen. "In einem reinen Wohngebiet ist ein Straßenlärm von 59 Dezibel erlaubt, Sportgeräusche dürfen jedoch 50 Dezibel nicht überschreiten", erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek.

Dieser Pegel entspreche Zimmerlautstärke, "die Vereine nie einhalten können". Konflikte seien programmiert. Jarzombek will sich deshalb mit seinen Bundestagskollegen dafür einsetzen, dass die Geräuschkulisse auf Sportplätzen wie Straßenlärm betrachtet wird. Das würde allen weiterhelfen.

(bro)
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