Kostenexplosion bei neuem Schwimmbad in Heerdt

Bäderneubau in Düsseldorf : Kostenexplosion bei neuem Schwimmbad in Heerdt

Erst hatte man einen Architekten, der teils nicht nach den Vorgaben in NRW plante. Dann gab es neue Wünsche. Jetzt kostet das Schwimmbad in Düsseldorf-Heerdt statt 14 mindestens 22 Millionen Euro.   

Das geplante Schwimmbad an der Pariser Straße in Heerdt wird erheblich teurer als ursprünglich angenommen. 2015 war man noch von einem Kostenrahmen von rund 14,5 Millionen Euro ausgegangen. In der Aufsichtsratssitzung der Bädergesellschaft am Mittwoch kamen neue Zahlen auf den Tisch. Jetzt ist von mindestens 22 Millionen Euro die Rede, weitere Kostensteigerungen sind wahrscheinlich. Eine Endsumme kann wegen laufender Verhandlungen noch nicht angegeben werden. Das Projekt soll mit den neuen Angaben und Zahlen noch in den zuständigen Gremien und im Stadtrat diskutiert werden. Die wichtigsten Fakten:

Wo liegen die Gründe für die Kostensteigerung? 2015 wurde eine erste Kalkulation durchgeführt. Damals ging man noch nicht davon aus, dass neben dem Bad ein überdachter Parkplatz entsteht, über dem ein Fußballplatz für die D-Jugend eingerichtet wird. Allein dieser zusätzliche Wunsch schlägt mit mehr als zwei Millionen Euro zu Buche.

Zusatzkosten und ein zeitlicher Verzug von zwei Monaten sind entstanden, weil sich die Bädergesellschaft einen neuen Architekten suchen musste. Der zunächst beauftragte Planer aus Süddeutschland wandte Regeln aus Bayern an, die so nicht von der Düsseldorfer Bauaufsicht akzeptiert werden konnten. Das zentral gelegene Treppenhaus genügte nicht den Brandschutzvorschriften in NRW. Es machte sich ein neuer Planer ans Werk.

Hauptgrund aber für die Kostenexplosion sind die gestiegenen Baukosten. Mehrfach mussten Ausschreibungen aufgehoben und neue Verhandlungen gestartet werden. Nur eine Bewerbung auf eine europaweite Ausschreibung sei keine Seltenheit. Es sagten aber auch Firmen bei Anfragen ab, weil sie zwei Jahre ausgebucht seien. Sei man 2015 von Kostensteigerungen von drei Prozent ausgegangen, liege man heute bei 20 bis 25 Prozent. Bei Fliesen,. Elektrik und Badwassertechnik seien es sogar 40 Prozent mehr.

Wird das Bad in Heerdt pünktlich fertig? Vermutlich ja. Angepeilt ist das zweite Quartal 2020, so dass die Schüler im Linksrheinischen dort nach der Sommerpause zum Schwimmsportunterricht gehen können. Zunächst aber soll der Stadtrat noch in diesem Jahr belastbare Zahlen vorgelegt bekommen.

Was ist mit den anderen Schwimmbad-Projekten? Beim Schwimmbad in Flingern (ehemaliges Allwetterbad) wird der Kostenrahmen einigermaßen eingehalten. Dort sind für das neue Kombibad 26,5 Millionen Euro vorgesehen, bislang wird eine zusätzliche Million Euro für Schadstoffe im Boden, den Aushub und die Entsorgung fällig. Das Bad am Flinger Broich soll zum Jahresende 2019/Jahresanfang 2020 eröffnen, damit die Schüler es im zweiten Schulhalbjahr nutzen können.

Parallell laufen bei der Bädergesellschaft die Vorbereitungen für die neuen Bäder in Benrath (Frei- und Hallenbad) und Unterrath. Dort sollen Überraschungen, wie es sie jetzt in Heerdt gibt, vermieden werden. Dort gab es nach der Machbarkeitsstudie den Ratsbeschluss, nun soll immer nach dem Bedarfs- auch ein Ausführungsbeschluss mit genaueren Kostenaufstellungen folgen. Allerdings werden auch bei dieser Verfahrensstufe heute vorsichtshalber Kostensteigerungen von 30 Prozent genannt.

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