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Düsseldorf: Kortmanns zweite Chance

Düsseldorf : Kortmanns zweite Chance

Vor drei Jahren war Karin Kortmann einer breiten Öffentlichkeit in Düsseldorf bekannt geworden: Als Gegenkandidatin von Dirk Elbers war sie in den Oberbürgermeister-Wahlkampf gezogen – weil sich vorher andere gezielt weggeduckt haben.

Vor drei Jahren war Karin Kortmann einer breiten Öffentlichkeit in Düsseldorf bekannt geworden: Als Gegenkandidatin von Dirk Elbers war sie in den Oberbürgermeister-Wahlkampf gezogen — weil sich vorher andere gezielt weggeduckt haben.

Also blieb es an ihr als SPD-Parteivorsitzende hängen, in ein aussichtsloses Rennen zu ziehen. Trotz allen Einsatzes erhielt Kortmann 35,3 Prozent der Stimmen, CDU-Mann Elbers zog als Nachfolger des verstorbenen OB Joachim Erwin ins Rathaus ein. Der Anfang einer Serie von Niederlagen und Enttäuschungen für die heute 51-Jährige.

Das war Ende August 2008. Gute drei Jahre später wird Karin Kortmann nun Generalsekretärin von "Care Deutschland" in Bonn. Die Nichtregierungs-Organisation verfolgt als zentrales Ziel den Kampf gegen Armut. Kontakte dorthin hat die Sozialdemokratin in ihrer Zeit als Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungshilfe-Ministerium aufgebaut. Das war von 2004 bis 2009. Es war ihre erfolgreichste Zeit als Bundespolitikerin. Sie endete jäh mit ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl im Herbst desselben Jahres.

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Als Schritt weg von der parlamentarischen Arbeit möchte Kortmann ihren beruflichen Neuanfang nicht verstanden wissen. Ihre politische Karriere sei keinesfalls beendet, sagt sie — dessen ungeachtet, dass sie den Vorsitz der Düsseldorfer SPD vor wenigen Wochen abgegeben hat. Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte sie keinen Hehl daraus gemacht, dass sie während einer weiteren Amtszeit von zwei Jahren mit einer erneuten Bundestag-Kandidatur liebäugele.

Abschied vom SPD-Vorsitz

Als starke Frau in der SPD hätte sie aber nur vermeintlich an den Hebeln gesessen, wäre eine Nominierung fraglich gewesen: Die Basis hatte sie als Mitschuldige für die Wahlniederlagen in den vergangenen Jahren ausgemacht; außerdem wuchsen die Widerstände gegen sie — gesteuert ausgerechnet von ihrem Vorgänger Peter Knäpper. Was schließlich darin mündete, dass Ex-Regierungspräsident Jürgen Büssow gegen Kortmann antreten wollte. Die 51-Jährige zog ihre Bewerbung zurück und machte Platz für einen frischen Mann: den bisherigen Vize Andreas Rimkus.

Nun aber, in neuer Funktion, in ausreichender Entfernung zu ihrer Partei in Düsseldorf und mit zeitlicher Distanz können Kortmanns Chancen, ihre bundespolitische Ebene fortzusetzen, tatsächlich steigen. Erst im weiteren Verlauf des kommenden Jahres wird das Nominierungsprozedere seinen Lauf nehmen.

Parteifern ist Karin Kortmann fortan ohnehin nicht. Neben ihrem sicherlich gut bezahlten Job bei "Care" übernimmt sie den Vorsitz der Stiftung Entwicklung und Frieden. Die SEF, deren Kuratorium sie bereits angehört, war 1986 unter anderem von Willy Brandt und Johannes Rau gegründet worden und gilt immer noch als SPD-nah. All das könnte dazu führen, dass sie bei einer erneuten Kandidatur auf der Liste auch besser abgesichert wird als noch vor zwei Jahren.

(RP)