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Speziellen Kundenkreis verloren: Konkurrenz für Taxis

Speziellen Kundenkreis verloren : Konkurrenz für Taxis

In Großstädten versuchen Mietwagen-Unternehmen, auf dem Markt Fuß zu fassen. In einigen Bereichen wie beispielsweise Fahrten mit Kranken gelingt das. Die Startbedingungen sind allerdings schwer.

Einen speziellen Kundenkreis hat die Düsseldorfer Taxi-Zentrale in den vergangenen Jahren verloren. Fahrten mit Patienten zum Krankenhaus oder zum Arzt haben Mietwagen-Zentralen zum größten Teil übernommen, weil sie kostengünstiger fahren. Sie haben mit den Krankenkassen gesonderte Verträge über die Preise abgeschlossen, die unter dem üblichen Ortstarif der Taxi liegen. Das räumte auch der Vorsitzende der Düsseldorfer Taxi-Genossenschaft, Dennis Klusmeier, bei einer Sitzung des Düsseldorfer Ratsausschusses für Ordnung und Verkehr ein.

Trotzdem seien die Entgelte für die normalen Taxis nicht überhöht, sondern eher zu niedrig, weil noch viele Einrichtungen wie Funk oder Halteplätze für Taxis mitfinanziert werden müssten. Diese Ausgaben haben Mietwagen-Zentralen nicht, weil sie sich aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in der Öffentlichkeit kaum bemerkbar machen können. Eigene Haltestationen an Straßen sind ihnen untersagt. Es dürfen auch keine Kunden zusteigen, wenn Mietwagen gerade von einer Auftragsfahrt zu ihrer Zentrale zurückfahren.

Deshalb sieht die Düsseldorfer Stadtverwaltung auch in Mietwagen keine große Konkurrenz für die normalen Taxis, auch wenn deren Fahrer pro Fahrt eigene Preise aushandeln, die unter dem geltenden Taxi-Tarif liegen. Mietwagen könnten nur bestimmte Nischen besetzen, neben den Krankenfahrten beispielsweise Transfer-Fahrten zum Flughafen oder zur Messe. Einige Unternehmen würden spezielle VIP-Fahrten anbieten, mit einigen Hotels seien eigene Verträge geschlossen worden. Manche Firmen bieten sich für ausgedehnte Chauffeur-Dienste oder für Hochzeitsfahrten an. Ein flächendeckendes Angebot könne nur mit einer kostenintensiven Funkzentrale und einer aufwändigen Werbung aufgebaut werden. Doch dann sind die Mietwagenfirmen wahrscheinlich nicht mehr konkurrenzfähig.

Dieses Angebot hält dagegen die Taxi-Zentrale vor. Und ist dazu auch verpflichtet, weil Taxis zum Öffentlichen Personen-Nahverkehr gehören. Das bedeutet, dass eine Funkvermittlung Kunden weiter gibt. Taxifahrer dürfen sich die Fahrgäste auch nicht aussuchen, sondern müssen jeden Kunden mitnehmen. Für die Fahrten gibt es von der Stadt festgesetzte Tarife.

Zahlen belegen, dass Mietwagen in Düsseldorf wie in vielen anderen Städten keine sehr große Rolle spielen. In der Landeshauptstadt sind nur 253 Mietwagen zugelassen, während 1327 Taxis eine Konzession haben. Auch das Kölner Unternehmen American Minicab wird nach Einschätzung des Düsseldorfer Straßenverkehrsamtes wahrscheinlich nicht Fuß fassen. Es hatte angekündigt, mit repräsentativen Limousinen und Chauffeuren in Uniform auf den Markt drängen zu wollen. Allerdings scheint das Unternehmen nicht sehr erfolgreich zu sein. "In Köln waren im Oktober des Jahres nur zwei Mietwagen an American Minicab angeschlossen", heißt es in den Unterlagen der Verwaltung. Vieles spreche dafür, dass die Firma wieder vom Markt verschwinde.

(RP)