1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Kommentar zur Sperrstunde in Düsseldorf

Kommentar zur Sperrstunde in Düsseldorf : Alle müssen sich am Riemen reißen

Erst war es 1 Uhr, jetzt muss um 23 Uhr geschlossen werden. Die Sperrstunde in Düsseldorf ist umstritten und wird beklagt. Lösen können das Pandemie-Problem jedoch nur wir selbst, sagt unser Autor in seinem Kommentar.

Es ist verständlich, dass sich Gastronomen und Kulturleute gegen die Einschränkungen durch die neue Corona-Schutzverordnung wehren. Sie fühlen sich für etwas bestraft, das sie nicht zu verantworten haben. Sie verweisen darauf, dass in ihren Lokalitäten nur wenige oder keine Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen sind.

Darauf werden die Gastronomen vor dem Oberverwaltungsgericht pochen, wenn sie jetzt einen Eilantrag gegen die Sperrstunde stellen. Dies wird stellvertretend der Barbetreiber Walid El Sheikh tun. Spätestens am Donnerstag rechnen sie mit einer Entscheidung.

Unabhängig vom Prozess ist festzuhalten, dass eine Sperrstunde von 23 Uhr nicht einmal ausreicht, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Wir alle müssen uns für einige Zeit zurücknehmen und möglichst wenige Leute treffen – egal wo. Das ist die simple Antwort auf steigende Infektionszahlen.

Diese sind ja nicht nur höher, weil mehr getestet wird. Das Pandemiegeschehen ist durch individuelles Verhalten gravierender geworden, auch die Zahlen von Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, steigen. In Frankreich ist die Entwicklung entglitten, in Paris ist nun um 21 Uhr Sperrstunde. Wollen wir dahin? Da mutet die hiesige Sperrstunde doch vergleichsweise akzeptabel an.