Kommentar: Die Strafe muss auf dem Fuße folgen

Kommentar : Die Strafe muss auf dem Fuße folgen

Die Justiz muss personell so ausgestattet werden, dass sie sich um Kleinkriminelle schneller kümmern kann. Das fördert das Sicherheitsgefühl, meint unsere Autorin.

Was für die Betroffenen ein nachhaltiges Eindringen in ihre Privatsphäre ist, wird juristisch nicht einmal als Einbruch gewertet, weil sich der Dieb durch geöffnete Türen in ihre Wohnungen begeben hat. Weil er in allen Fällen schnell als Täter ermittelt und die Beweislage eindeutig war, ist schwer ersichtlich, warum es ein ganzes Jahr dauert, bis der Mann vor Gericht kommt. Ein Jahr, in dem er weitere Straftaten begehen kann. Frühere Geldstrafen haben ihn ebensowenig davon abgehalten wie  zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafen. Da wäre angesichts der Fülle seiner Justizkontakte ein so klares Zeichen, wie es das Gericht gestern setzte, schon früher wünschenswert  gewesen. Gerichte und Staatsanwälte brauchen mehr  Personal, das sich um genau diese Kleinkriminellen schneller kümmert. Deren Taten mögen juristisch Bagatellen sein. Für die Opfer sind sie einschneidende, lebensverändernde Ereignisse. Dem muss der Rechtsstaat  Rechnung tragen.

(sg)