Düsseldorf: Kollege auf vier Pfoten

Düsseldorf : Kollege auf vier Pfoten

Seit drei Jahren macht Hündin Elsa die Mitarbeiter einer Düsseldorfer Agentur glücklich - zum heutigen "Internationalen Bürohundtag" kann sie sich dafür auf viele extra Streicheleinheiten und Leckerlis freuen.

Schon seit rund fünf Jahren arbeitet Luisa Schrafen bei der Düsseldorfer Kommunikationsagentur "Wake up Communications" und seit drei Jahren wird sie fast jeden Tag von ihrer Hündin Elsa ins Büro begleitet. "Ich wollte damals unbedingt einen Hund haben, der aber keinesfalls tagsüber alleine zu Hause bleiben sollte", erzählt die 25-Jährige. Schnell hatte sie mit Agenturchefin Nadja Amireh und den Kollegen geklärt, dass alle sich über einen Bürohund freuen würden, vorausgesetzt er würde gut erzogen sein und gehorchen.

So kam Elsa, ein Border-Collie-Australian-Shepherd-Mix, schon als Welpe in die Agentur und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Liebling aller Kollegen. Wer eine kleine Pause vom Agenturstress braucht, geht zu ihr, streichelt sie eine Weile oder spielt ein bisschen mit ihr und fühlt sich gleich viel entspannter. "Elsa ist überhaupt nicht aufdringlich, sondern sehr sensibel und zugänglich, inzwischen ist sie zu unserer ,Feelgood-Managerin' geworden", sagt Amireh. Jeden Mittag gehen alle Agenturmitarbeiter gemeinsam mit Elsa spazieren und anschließend mit viel mehr Elan als früher zurück an die Arbeit.

Dass Bürohunde sich positiv auf das Arbeitsklima auswirken, kann auch die Tierpsychologin und Hundetrainerin Dorothea Gawol, die seit zehn Jahren in Düsseldorf eine Hundeschule betreibt, bestätigen. "Wir Menschen können viel entspannter mit Stress umgehen, wenn wir zwischendurch die Möglichkeit haben, mal einen Hund zu streicheln. Das beruhigt und hat erwiesenermaßen eine puls- und blutdrucksenkende Wirkung", sagt sie. Allerdings, so Gawol, eigne sich nicht unbedingt jeder Hund zum Bürohund. Gehorsam und diszipliniert sollte er sein, zudem brauche er auch eine Rückzugsmöglichkeit, etwa ein Körbchen oder eine Kiste.

Das weiß auch Hundebesitzerin Luisa Schrafen. Deshalb wurde für Elsa ein gemütlicher Korb angeschafft, in dem sie gerne liegt und schläft. Hundetrainerin Gawol hat übrigens im Auftrag der Graf-Recke-Stiftung besondere Ausbildungsangebote für Therapie- und Bürohunde entwickelt und prüft deren Tauglichkeit, beispielsweise in Bezug auf Impulskontrolle, Gehorsam oder Frustrationsverhalten.

Markus Beyer, Gründer und Vorsitzender des Bundesverbands Bürohund, hält solche Tauglichkeitsprüfungen für sehr sinnvoll, sagt aber auch, dass ein guter Bürohund vor allem einen guten Halter benötige. "Das Verhältnis zwischen Hund und Halter muss stimmen, die beiden sollten ein gutes Team sein." Beyer ist Hundetrainer und setzt sich mit seinem Verband seit rund vier Jahren ehrenamtlich für mehr Hunde am Arbeitsplatz ein. Er ist der festen Überzeugung, dass Hunde nicht nur gut für das Betriebsklima, sondern auch ein guter Schutz vor Stress sind und psychische Belastungen senken können. "Dafür sorgt insbesondere das sogenannte ,Kuschelhormon' Oxytocin. Es wird beim Streicheln des Hundes freigesetzt, übrigens beim Menschen und beim Hund gleichermaßen, und kann beruhigend, blutdrucksenkend und somit dem Stress entgegenwirken", erläutert Beyer.

Diese Erfahrung machen auch Nadja Amireh und ihre Mitarbeiter immer wieder.

Auch wenn Bürohündin Elsa jede Menge Haare verliert und deshalb öfter als üblich der Staubsauger zum Einsatz kommen muss, möchte sie niemand mehr missen. Deshalb kann sie sich zum heutigen "Internationalen Bürohundtag" auf das eine oder andere besonderes Leckerli freuen.

(RP)
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