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Verdächtiger Gegenstand am Flughafen Düsseldorf: Koffer ungefährlich — Flughafen öffnet wieder

Verdächtiger Gegenstand am Flughafen Düsseldorf : Koffer ungefährlich — Flughafen öffnet wieder

Die Sperrung des Düsseldorfer Flughafenterminals ist aufgehoben. Der verdächtige, herrenlose Koffer wurde um 19.30 Uhr von Spezialisten unter Einsatz eines Wasserstrahls gesprengt. Von dem Gepäckstück ginge keine Gefahr aus, hieß es am Abend. Nun kehren zunächst die Flughafen-Mitarbeiter an ihre Plätze zurück, dann folgen die Passagiere.

Um 20.30 Uhr wurde das Terminal nach rund dreistündiger Sperrung von den Behörden für die Passagiere freigegeben. Kurz darauf wurden auch die Anschlussstellen zur A44 für den Verkehr geöffnet und der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Insgesamt waren rund 1.200 abfliegende und rund 1.000 ankommende Passagiere von der Terminalräumung betroffen. Rund 20 Flüge wurden zu benachbarten Flughäfen umgeleitet. Insgesamt fielen rund 70 Flüge aus.

Ausnahme vom Nachtflugverbot

Die Luftaufsicht genehmigte auf Grund der Situation Ausnahmegenehmigungen für Starts bis 23 Uhr und Landungen bis 00:30 Uhr. Normalerweise gilt das Nachtflugverbot am Düsseldorfer Airport ab 22 Uhr.

Nichts ging mehr am Dienstagnachmittag am Düsseldorfer Airport. Ursache war der Fund eines herrenlosen Koffers, der im Terminal A vor dem Schalter der Lufthansa gefunden wurde. Alle Terminals wurden gesperrt, es starteten und landeten keine Maschinen mehr.

Als weitere Sicherheitsmaßnahmen wurden die Autobahnausfahrten gesperrt, die zum Airport führen. Außerdem kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Flugverkehrs.

Das Abflug-Terminal A wurden gegen 15 Uhr gesperrt. Das Terminal B wenig später. Gegen 17.45 Uhr wurde die Sperrung auf das Abflug-Terminal C sowie einen Teil des Ankunftsbereichs ausgeweitet.

Entwarnung ja, Normalisierung nein

Trotz der Entwarnung wird sich die Lage am Dienstagabend kaum mehr normalisieren. Wie der Flughafen mitteilte, sei am Dienstagabend mit weiteren Beeinträchtigungen zu rechnen. Eine vollständige Normalisierung des Flugverkehrs wird im Laufe des Mittwochs erwartet. Daher werden Passagiere auch am Mittwoch dringend gebeten, sich vor Anreise zum Flughafen mit ihrer Airline in Verbindung zu setzen.

Zunächst hieß es, das in dem verdächtigen Koffer ein Eisenrohr gefunden worden sei. Dies bestätigte sich jedoch nicht. Es herrschte die höchste Alarmstufe. Unter Einsatz eines Hochdruck-Wasserstrahls wurde der Koffer am Abend gesprengt.

In drei Sprachen wurde eine Durchsage wiederholt, nach der dringend geraten wird, die Aufzüge nicht zu benutzen und sich mindestens 500 Meter vom Flughafen zu entfernen. Nicht nur die Passagiere, sondern auch die Mitarbeiter von Lufthansa und Air Berlin mussten das Gebäude verlassen.Die Menschen wurden zum zentralen Sammelpunkt vor dem Maritim Hotel gelotst.

Ein langjähriger Flughafen-Mitarbeiter sagte unserer Redaktion: "Das Ganze ist höchst ungewöhnlich. Normalerweise dauert die Überprüfung verdächtiger Gegenstände nicht länger als eine halbe Stunde."

Zufahrten gesperrt, Busse fuhren nicht

Gegen 17.45 Uhr hat die Polizei auch die Ab- und Zufahrten der Autobahn zum Flughafen gesperrt, um die Evakuierungswege frei zu halten.

Die Rheinbahn meldete Verspätungen auf den Linien 721, 729, 759, 760, 776 und SB51. Diese Buslinien fuhren den Flughafen nicht mehr an, sondern stoppten am S-Bahnhof Unterrath.

Das galt auch für die S-Bahnlinie 11, die normalerweise direkt den Flughafen anfährt. Die Linie drehte am S-Bahnhof Unterrath um. Auch der Skytrain, der die Terminals mit Parkhaus und Fernbahnhof verbindet, fuht nicht.

Der Taxifahrer Lukas Bauer berichtete am Abend unserer Redaktion von chaotischen Zuständen am Flughafen. Die Menschen irrten durch die Flughafen-City und suchten nach einer Möglichkeit, von dort wegzukommen. Die öffentlichen Verkehrsmittel (siehe oben) fuhren nicht, auch alle Taxis mussten die Haltepunkte rund um den Flughafen verlassen. Einige Passagiere versuchten, auf waghalsigem Weg wegzukommen: Sie liefen, samt Gepäck, zur Danziger Straße (Bundesstraße 8) oder versuchten sogar, durch den Tunnel auf der Autobahn 44 zu laufen.

Es gab ein absolutes Landeverbot für den Flughafen Düsseldorf. Am Flughafen Hamburg wurde den Reisenden angeboten, mit dem Mietwagen oder dem Zug nach Düsseldorf fahren.

Nach Angaben einer Sprecherin des Flughafens Köln-Bonn wurden zahlreiche Maschinen zudem dorthin umgeleitet.

Es saßen auch Passagiere bereits an Bord von Maschinen fest, die nun nicht abheben dürfen. Fluggast Stephan Krüger schrieb auf der Facebook-Seite des Flughafens: "Sitze im Flugzeug und warte darauf hier raus zu kommen. Das wird noch mehr Chaos geben, wenn alles freigegeben ist."

Passagiere sollen sich informieren

Der Flughafen Düsseldorf ruft auf: Passagiere, die heute Abend noch einen Flug ab Düsseldorf geplant haben, werden dringend gebeten, sich vor der Anreise zum Airport, über die aktuelle Lage zu informieren — beispielsweise im Internet unter www.dus.com, über die Facebookseite www.facebook.com/dus oder die Hotline 0211-421-0.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2013: Flughafen Düsseldorf wird evakuiert

(csi)