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Evakuierung des Düsseldorfer Flughafen: Koffer-Fund: Polizei sucht diesen Verdächtigen

Evakuierung des Düsseldorfer Flughafen : Koffer-Fund: Polizei sucht diesen Verdächtigen

Zwei Wochen nach der Evakuierung des Düsseldorfer Flughafens, die durch einen herrenlosen Koffer verursacht worden war, veröffentlicht die Polizei nun Bilder des Tatverdächtigen. Polizei und Staatsanwaltschaft schließen ein Drogendelikt als Hintergrund des Vorfalls nicht aus, wie jetzt bekannt wurde.

"Es handelt sich womöglich um eine Täuschung unter Drogendealern", erklärte Staatsanwältin Ricarda Battenstein. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

In dem herrenlosen Koffer hatten sich anstelle von Drogen aber nur Back-Zutaten wie Mehl und Zimt befunden. Zunächst war in dem Koffer aber eine Bombe vermutet worden, weshalb der drittgrößte deutsche Flughafen evakuiert worden war. Mehr als 10.000 Passagiere waren betroffen. 140 Flüge fielen aus.

Auf der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag teilten die Ermittler mit, dass sie ausschließen, dass es sich bei dem etwa 30 Jahre alten Tatverdächtigen um einen "klassischen Reisenden" handelt, der sein Gepäck einfach vergessen habe.

In den vergangenen Wochen werteten zehn Mitarbeiter der Ermittlungskommission "Flughafen" das Videomaterial des Flughafens aus - von 40 Kameras à fünf Stunden Band. Auf diesem Material konnten die Ermittler relativ schnell einen Tatverdächtigen mit heller Hose und lilafarbenem Pullover ausmachen.

Demnach sei der Mann mit dem Skytrain zum Terminal gefahren. Auf den Bildern war jedoch nichts von einem Koffer zu sehen. Als der Mann dann um 14.27 Uhr den Flughafen kurz verlässt und nach drei Minuten wieder betritt, habe er plötzlich einen Koffer in den Händen. Daher vermutet die Polizei, dass der Koffer möglicherweise von einer anderen Person übergeben wurde. Dieser Bereich des Flughafens sei jedoch ohne Videoüberwachung.

Anhand des Videomaterials konnte die Polizei dann erkennen, dass der Verdächtige den Inhalt des Koffers im Terminal A überprüft habe. Um 14.30 Uhr stellte er dann das Gepäckstück in Nähe eines Lufthansa-Schalters ab und verließ disen Bereich des Flughafens erneut mit dem Skytrain. Die letzten Aufnahmen der verdächtigen Person wurden um 14.54 Uhr am Fernbahnhof aufgenommen.

"Ich habe keine Erklärung für das Verhalten des Mannes, den ich auf dem Video gesehen habe", sagte Kriminalhauptkommissar Martin Bolduan am Mittwoch.

Zunächst hatte das Amtsgericht Düsseldorf den Antrag der Staatsanwaltschaft nach einer Öffentlichkeitsfahnung abgelehnt. Insgesamt gebe es keine ausreichenden Verdachtsmomente für das Vorliegen einer erheblichen Straftat, die eine Öffentlichkeitsfahndung rechtfertigen könnten, teilte ein Gerichtssprecher in der vergangenen Woche mit. Doch die Staatsanwaltschaft legte dagegen Beschwerde an und reichte weitere Erkenntnisse nach.

Nun fahndet die Polizei mit den Bildern aus den Überwachungskameras nach dem etwa 30 Jahre alten Mann mit leicht gewelltem dunklen Haar. Der Verdächtige soll schlank sein, südländischer Erscheinung und etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß. Zur Tatzeit war er mit einer hellen Hose und einem lilafarbenen Pullover bekleidet.

Die Polizei erhofft sich von den Fotos, Hinweise zum Tatverdächtigen oder zur Herkunft des Koffers. Interessant ist für die Polizei auch, ob jemand eine Übergabe des Koffers um 14.24 Uhr im Bereich des Flughafens beobachtet hat.

Zeugen werden gebeten, sich an die Hotline der EK Flughafen unter Telefon 0211-870-8990 zu wenden.

(ila)