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Königsallee in Düsseldorf: Die Kö wird noch luxuriöser

Düsseldorf : Die Kö wird noch luxuriöser

Zahlreiche neue Marken kommen an die Düsseldorfer Prachtmeile. Dadurch gewinnt vor allem die Westseite, die bisher als die Bankenseite galt. Die Eröffnung von Dior im ehemaligen Eickhoff-Geschäft verschiebt sich wohl ins Frühjahr.

Die Umgestaltung großer Teile der Königsallee geht mit hohem Tempo weiter. Die Zahl der Luxus-Marken, die auf die Mode-Bühne Kö drängen, war nie so groß. Vor allem auf der West-Seite, früher ausschließlich geprägt durch Banken, steht allein ein halbes Dutzend internationaler Luxus-Modeunternehmen in den Startlöchern und zieht peu à peu in die komplett neugestalten Ladenlokale im Gebäude der HSBC Trinkaus Bank ein. Versace, das üppig-goldene italienische Edel-Label, ist bereits heimlich, still und leise gestartet. Die offizielle Eröffnung ist für den 2. Dezember geplant.

Um mit dem vor einem Jahr ausgelösten Kö-Bogen-Fieber mitzuhalten, haben nicht nur die Banker mehrere Millionen Euro in die Hand genommen, um ihr Haus aufzuhübschen. Im Trinkaus-Areal zur Kö hin hat das Kindermoden-Geschäft Barbara Frères vor einigen Tagen eröffnet und bietet Designer-Mode für die Kleinen an. Nebenan wird sich das französische Label Zadig & Voltaire in Kürze erstmals in eigener Regie in Düsseldorf präsentieren. Neben dem deutschen Modeanbieter Marc Cain lässt sich auf der Trinkausstraße Aysen Bitzer-Bourak, die deutsch-türkische Designerin der internationalen Marke "0039 Italy", nieder. "Drei Jahre haben wir auf den richtigen Standort gewartet", sagt sie. "Die Lage ist perfekt. Von hier aus haben wir die andere Kö-Seite im Blick, wo derzeit Dior umbaut, Prada alteingesessen ist und uns direkt gegenüber kommt Hèrmes."

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In der Tat dort, wo einst das NT Gäste bewirtete und eine Zeit lang die Sam's Lounge vergeblich versuchte, an alte Zeiten des legendären Clubs anzuknüpfen, wird hinter verklebten Scheiben kräftig gewerkelt. Wenige Tage nach Neujahr eröffnet als Zugpferd Hermès. Hinter denkmalgeschützter Fassade ist das Domizil mit 350 Quadratmetern doppelt so groß wie das alte, zu eng gewordene an der Königsallee 10. Acht große Schaufenster gewähren am neuen Standort den Blick in die im Erdgeschoss gelegene Nobel-Boutique.

In direkter Nachbarschaft erfüllt sich die in Düsseldorf geborene Modemacherin Dorothee Schumacher einen langgehegten Wunsch. "Endlich bin ich mit einem eigenen Geschäft am Rhein zu Hause", sagt die 48-jährige, weltweit erfolgreiche Modemacherin, die am Dienstag ihre Eröffnungsparty feiert.

Insgesamt ist die Ansiedlung all der Labels aus der Top-Liga der deutliche Hinweis auf eine Verschiebung der Schwerpunkte auf der Königsallee. Zusammen mit der Trinkausstraße, die Kö und Breite Straße verbindet, ist dort eine neue Achse entstanden, die die quirligen Einkaufsstraßen rund um die Flinger Straße in der Altstadt an die Kö anschließt. Nach Einschätzung von Experten hat der Kö-Bogen mit Breuninger, Faber Castell, Porsche, Hallhuber, Windsor und anderen großen Namen diese Entwicklung an der nördlichen Kö ausgelöst.

Die Steinstraße ist damit zu einer Grenze geworden. Unterhalb sitzen Marken wie H & M, Zara, Benetton und der Schweizer Messerhersteller Victorinox, oberhalb beginnt die Champions-League des Einkaufens - und das nun eben auf beiden Seiten des Kö-Grabens.

Gespannt wartet man auf Dior - die Franzosen haben im Mai das frühere Geschäft von Eickhoff übernommen und wollten noch in diesem Jahr eröffnen. Aber die Um- und Neubauten - es werden aus einem gleich zwei Luxus-Läden (einer für Dior Homme, einer für Dior Femmes) - gestalten sich komplizierter als angenommen. Die baulichen Maßnahmen werden sich noch monatelang hinziehen, denn wie zu hören ist, gibt es auch Probleme bei der Neugestaltung der Fassaden. So ist mit einem Grand Opening nicht vor nächstem Frühjahr zu rechnen.

(RP)