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Nach Juwelier-Überfall in Düsseldorf: Kö: Polizei will mehr Präsenz zeigen

Nach Juwelier-Überfall in Düsseldorf : Kö: Polizei will mehr Präsenz zeigen

Nach den Überfällen auf das Juweliergeschäft Blome gab es am Montag eine Gesprächsrunde mit dem Thema Sicherheit. Die Polizei versichert, künftig stärker wahrnehmbar zu sein.

Ab sofort wird man auf der Königsallee mehr Polizisten sehen und auch auf den ersten Blick als solche erkennen. Das ist das Ergebnis einer Gesprächsrunde im Polizeipräsidium, bei der sich am Montag Vertreter der Kö-Anlieger, mehrere Juweliere und führende Polizisten trafen. Die Polizei-Chefs Georg Schulz (Schutzpolizei) und Jürgen Schneider (Kripo) waren dabei, außerdem der Chef der Polizeiinspektion Mitte, Jürgen Bielor und sein Vertreter Martin Wentorf sowie Polizeisprecher Andreas Czogalla und Peter Wienen (Interessengemeinschaft der Kö-Anlieger).

Anlass dieses Treffens war der Überfall auf das Juweliergeschäft Blome vor wenigen Tagen. Bislang nicht gefasste Täter hatten dabei Uhren für eine halbe Million Euro aus der Auslage geraubt, nachdem sie im Laden Angestellte und andere Kunden mit der Waffe bedroht hatten.

Vor allem die Kaufleute solch wertvoller Ware fordern seit langem, die Polizei müsse mehr für ihre Sicherheit tun. Das mache sie bereits, sagte dazu gestern ein Sprecher der Behörde. Seit dem spektakulären Überfall bei Kern im Jahr 2005 habe man das Konzept überarbeitet und vor allem auch die Shopping-Meile mehr denn je im Fokus. Allerdings sagte derselbe Sprecher auch: "Die Königsallee ist kein Kriminalitätsschwerpunkt, seit dem Überfall auf Kern hat es keine vergleichbaren Delikte mehr gegeben — bis jetzt."

Tatsache ist, dass die Polizei präsenter ist, als die meisten ahnen. Das jedoch fällt nicht auf, weil sich häufig Beamte in Zivil unter die Menschen mischen. Potenziellen Tätern ist das dann aber auch nicht bewusst, der Abschreckungseffekt schwindet also. Das will man nun ändern, hieß es gestern bei der Polizei: Diese will nicht nur präsent sein, sondern auch wahrnehmbar. Mit anderen Worten: Es werden häufiger uniformierte Streifen zu sehen sein. Ein Kö-Insider: "Am liebsten hätte jeder Juwelier einen Polizisten vor der Tür. Aber die wissen auch, dass das nicht geht."

Die Polizei hat in dem gestrigen Gespräch nochmals auf ihre Beratungsstellen hingewiesen, die auch in Geschäften sehr individuelle Maßnahmen empfehlen. Viele der Läden hätten seit dem Überfall bei Kern vor acht Jahren schon einiges getan, aber halt noch nicht alles. Das bisher Getane habe auch Wirkung gezeigt.

Vor allem wird die Sicherheitsschleuse immer wieder diskutiert. Manche haben sie, andere — wie beispielsweise Blome — nicht. Kö-Juwelier Karl-Heinz Hestermann (insgesamt drei Geschäfte in Düsseldorf) schwört drauf. Er habe sie seinerzeit nach mehreren Überfällen auf seine Läden einbauen lassen — und seitdem habe er keine Überfälle mehr erlebt. Die Türen gingen nur dann auf, wenn man sie vom Laden aus freischalte, sagte Hestermann. Seine Mitarbeiter und er schauten sich diejenigen, die reinwollen, sehr genau an. Hestermann hat einen seiner Läden sogar mit im Boden verankerten Pollern sichern lassen, nachdem Räuber mit einem Auto in die Auslage gerast waren und aus der zertrümmerten Scheibe Juwelen mitnahmen. Hestermann: "Seitdem wir die Poller und die Stahlrollos haben, ist in unseren Geschäften nichts mehr passiert."

Eine Verkäuferin, die Jahrzehnte bei einem Juwelier auf der Kö gearbeitet und vier Überfälle erlebt hat, erklärte in einem Brief an die RP: "Die Schleuse halte ich für ausgesprochen gefährlich. Täter stellen sich auf veränderte Umstände ein. Sie kommen dann elegant in Nadelstreifen, werden durch die Schleuse gelassen und ziehen dann die Waffe. Osteuropäer "arbeiten" nicht mit einer Spielzeugpistole; werden sie in die Enge getrieben, machen sie ohne Rücksicht davon Gebrauch."

(RP)