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Düsseldorf: Kö-Kaufhaus Sevens soll verkauft werden

Düsseldorf : Kö-Kaufhaus Sevens soll verkauft werden

Düsseldorfer Immobilien in guter Lage sind begehrte Handelsobjekte. Bereits 2009 hatte das Sevens den Besitzer gewechselt. Jetzt laufen erneut Verhandlungen mit Kaufinteressenten.

Gerade erst hat der Düsseldorfer Immobilienmarkt für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Die Münchner Allianz kauft die Kö-Galerie für 300 Millionen Euro. Die nächste Schlagzeile dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen: Nach Informationen der Rheinischen Post laufen auch über den Verkauf des Sevens Verhandlungen. Unter der Hand ist dies von mehreren Akteuren zu hören, offiziell wird es noch nicht bestätigt. Der Kaufpreis dürfte in dreistelliger Millionenhöhe liegen.

Erst vor fünf Jahren hatte das Sevens, einst unter dem Schlagwort Themenkaufhaus bekannt gemacht, den Besitzer gewechselt. Die Firma Centrum Holding hatte sich als Käufer der Öffentlichkeit vorgestellt, auch die Signa-Gruppe war mit im Boot. Über den Kaufpreis wurde damals offiziell nichts bekannt, Marktteilnehmer bezifferten ihn auf rund 80 Millionen Euro.

Diese Summe war auch einige Jahre früher genannt worden, als das Kaufhaus erstmals verkauft wurde. Damals wurde es von den Erstinvestoren Deutsche Telekom und Westdeutsche Immobilienbank an einen Fonds abgegeben. Inzwischen gehört das Sevens komplett der Signa-Gruppe. Hinter Signa, die in Düsseldorf vor allem mit dem Ständehaus-Treff in Verbindung gebracht wird, steht der bekannte österreichische Unternehmer René Benko. Im Unternehmen ist die Immobilientochter Signa Real Estate Capital Partners für die Immobilien und damit auch für das Sevens zuständig.

Die spannende Frage ist nun, welcher Preis zu erzielen ist. Denn nach dem Verkauf 2009 wurde umfangreich in die Immobilie investiert. Das Haus war zwar in Cannes mit dem Mipim Award ausgezeichnet worden, tatsächlich hatten sich Unzufriedenheiten summiert, die ein Handeln nötig machten. Es hatte bei den Kunden viel Kritik an den Treppen, Rundläufen und zu langen Wartezeiten an den Aufzügen gegeben. Zudem hatte das Sevens mit Leerständen zu kämpfen, gerade in der zweiten und dritten Etage - also unterhalb des Hauptmieters Saturn - waren die Geschäfte nur schwer erfolgreich zu führen.

Ein Mix von Maßnahmen wurde beschlossen, die sich auf 40 Millionen Euro summierten, wobei Centrum-Chef Uwe Reppegather als anerkannter Kenner der Handelsszene seine Kenntnisse einbringen konnte. Saturn dehnte sich aus, bereits in der ersten Etage beginnt heute das multimediale Einkaufsvergnügen. Eine klarere Aufteilung machte das Sevens außerdem überschaubarer. Im Untergeschoss laden Restaurants ein, im Erdgeschoss liegen die Eingänge zu insgesamt 33 Geschäften. Und, ganz wichtig für die Kundenzufriedenheit: Die Rolltreppen und Aufzüge wurden in der Halle konzentriert, es geht seitdem schneller von A nach B. Weitere Verbesserung: Mittlerweile wurde für sechs Millionen Euro eine Verbindung zur Kö-Galerie geschaffen.

Der nun angestrebte Weiterverkauf des Sevens passt zur Philosophie vieler Immobilienunternehmen, die in der Branche "Trader-Developer" genannt werden. Sie kaufen Immobilien, modernisieren sie, setzen dabei bestenfalls ein besseres Konzept um, das attraktivere Nutzer anzieht, die gleichzeitig mehr Miete bezahlen - all dies und natürlich lange Laufzeiten bei den Verträgen sorgen dann bei einem Wiederverkauf für einen höheren Preis.

(RP)